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Jede Woche wird ein Tier angefahren

In Graubünden gibt es überdurchschnittlich viele Unfälle mit Wildtieren. Wir haben bei Wildhüter Claudio Spadin nachgefragt – nur Stunden nach drei Unfällen in seinem Bezirk.

Philipp
Wyss
06.10.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit

Im Frühling/Sommer und im Winter kommt es im Bezirk Imboden jeweils zu mehr Unfällen mit Wildtieren. In der Nacht auf Donnerstag verzeichnete die Wildhut drei Unfälle; zwei Tiere wurden dabei getötet.

Über das ganze Jahr gesehen gibt es jede Woche einen Unfall zwischen einem Tier und einem Fahrzeug, sagt Claudio Spadin. Er ist seit 16 Jahren Wildhüter im sogenannten Bezirk 12. Das Hauptproblem sei, dass die Tiere immer weniger Möglichkeiten zur Überquerung der Strasse hätten.

Wildhüter Claudio Spadin war Gast bei Radio Südostschweiz. OLIVIA ITEM

Sogenannte Wildwechsel, also Zonen, an denen eine Strasse überquert werden kann, geben Muttertiere an ihre Jungen weiter, sagte Spadin im Interview mit Katharina Balzer von Radio Südostschweiz weiter. «Seit immer mehr Dörfer zusammengeschlossen werden, verschwinden auch immer mehr solche Wildwechsel», so Spadin.

Seit einigen Jahren ist auf der Strecke zwischen Tamins und Trin eine Wildwarnanlage installiert. Lichtschranken erfassen Tiere und lösen Warnlichter und Anzeigen für Temporeduktionen aus. «Die Anlage funktioniert sehr, sehr gut», so Spadin. Der Wildhüter sagt aber auch, dass durch eine Vielzahl solcher Anlage die Wirkung verloren gehen würde und dass solche Anlagen teuer seien.

Im Interview mit Katharina Balzer gab Claudio Spadin Verhaltenstipps bei Unfällen mit Wildtieren. OLIVIA ITEM

Was tun bei einem Wildunfall?
Kommt es zu einem Unfall mit einem Wildtier, sollte man den nahegelegensten Ausstellplatz anfahren, die Warnblinker einschalten und eine Warnweste anziehen. Alsdann sollte der Verkehr geregelt und der Polizeinotruf 117 angerufen werden. Die Polizei bietet dann den zuständigen Wildhüter auf. Wichtig: Einem verletzten oder geschockten Wildtier sollte man sich auf keinen Fall nähern. Das Tier steht nach einem Unfall unter einem immensen Stress und wird auch verletzt versuchen, zu fliehen. Muss ein Tier erlöst werden, kann dies der Wildhüter am Unfallort machen. Flieht das Tier, muss es mit Hunden aufgespürt werden.

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Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos

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