Jassen trumpft bei den Jungen
Der Jass hat sein verstaubtes Image abgelegt und ist in den letzten Jahren schon fast sexy geworden. Wir haben nachgefragt, warum das Schweizer Kartenspiel gerade bei den Jungen zieht und wie sich das die Jungmannschaft Ausserdomleschg zunutze macht.
Der Jass hat sein verstaubtes Image abgelegt und ist in den letzten Jahren schon fast sexy geworden. Wir haben nachgefragt, warum das Schweizer Kartenspiel gerade bei den Jungen zieht und wie sich das die Jungmannschaft Ausserdomleschg zunutze macht.
Der Jass hat eine ziemlich steile Karriere hingelegt. Vom Zeitvertreib gelangweilter Schweizer Söldner hat sich das Kartenspiel zu einem traditionellen Schweizer Volkssport gemausert und gehört seit gut vier Jahren sogar ganz offiziell zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz.
Während in dem Spiel zwar Könige vorkommen, die mehr Wert sind als Bauern, sagen die Spieler: Am Jasstisch sind Maurer und Senior Consultant, Sportreporter und Sicherheitschef alle gleich. Man müsse sich auf das Gegenüber einlassen, mit ihm oder gegen es taktieren. Vielleicht ist das der Grund, warum der Jass bei der Jugend gerade sein grosses Comeback erlebt. Eine andere Vermutung hat Gian-Reto Deflorin von der Jungmannschaft Ausserdomleschg: «Die Attraktion daran ist vermutlich der soziale Austausch als Gegenpol zum einsamen Spielen auf dem Smartphone».
Jung und Alt an einem Tisch
Die neue Sexiness vom Jass macht sich die Jungmannschaft Ausserdomleschg geschickt zunutze. Bereits zum dritten Mal organisieren sie Mitte Oktober ein Jassturnier im grossen Stil. Platz für 80 Spieler, musikalische Unterhaltung, kulinarische Verpflegung - eine grosse Kiste, die gut ankommt, sagt Gian-Reto Deflorin: «Wir erhalten Anmeldungen von Jung und Alt und genau das ist auch unser Ziel! Wir wollen die Generationen an einem Tisch zusammenbringen». Das klappt laut Deflorin ganz gut, schon bei der zweiten Durchführung des Turniers konnten mehr Anmeldungen von jungen Spielern verzeichnet werden. Im Interview mit Radio Südostschweiz erzählt der Bündner wie das Konzept des Jassturniers erarbeitet wurde, wie er auf das Turnier hin «trainiert» und welchen Ultra-Trick er im Notfall aus der Tasche zieht:
Am Abend nach den «Znacht» oder an einem verregneten Sonntagnachmittag: Jemand holt die Jasskarten hervor und dann spielt die ganze Familie. Bei vielen Schweizern weckt der Jass alte Kindheitserinnerungen. Dazu gehört nebst dem idyllischen Familienbild aber auch lange (teilweise auch harte) Diskussionen, welche am Jasstisch meist unvermeidbar scheinen. Für solche Fälle sei die Jungmannschaft Ausserdomleschg vorbereitet erklärt Gian-Reto Deflorin: «Wir jassen nach einem klaren Reglement. Heisst: Wer nicht nach den klaren Regeln jasst, jasst nicht mit.» Voilà.
In Thailand jassen gelernt
Gian-Reto Deflorin selbst hat nach eigenen Angaben das Jassen mal aus Langeweile während den Ferien in Thailand von Freunden gelernt. Mittlerweile jasse er auf dem Sofa im Internet, in der Beiz mit Freunden oder eben am Jassturnier der Jungmannschaft. Was er dabei bevorzugt? Im Interview haben wir ihm noch kurz in die Karten geschaut:
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