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Die ersten Trauben sind schon gelesen

So früh wie selten dürfte in diesem Jahr das Wimmeln, das Lesen der Trauben beginnen.

Philipp
Wyss
11.09.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Jung und alt dürfen wich auf ein baldiges Wimmeln freuen.
Jung und alt dürfen wich auf ein baldiges Wimmeln freuen.
MARCO HARTMANN

Vergessen sind die Frostnächte im April. Die Rebberge in der Bündner Herrschaft haben sich seither gut erholt. Und bald steht die Haupttraubenlese, das Wimmeln an. So früh wie selten.

Der früheste Beginn der Hauptlese von Blauburgundertrauben, der Hauptsorte in der Bündner Herrschaft, war im Jahr 2003. Damals schnitten flinke Hände die Trauben schon ab dem 25. September. Vor zwei Jahren startete das Hauptwimmeln am 28. September. Diesem Datum dürfte man heuer nahe kommen. So sagt Hans Jüstrich, der Bündner Rebbau Kommissar, auf Anfrage: «In frühen Lagen dürfte es Ende September losgehen.» Die Hauptlese dürfte laut Jüstrich um den 6. Oktober beginnen. Diese Angaben sind jedoch wie immer ohne Gewähr. Kühle Nächte und warme Tage sollen bis dahin die Aromabildung der Trauben vorantreiben.

Auch Georg Fromm, Präsident der Bündner Weinbauervereinigung, rechnet mit einer frühen Ernte. Dies im Gegensatz zu den Achtzigerjahren. Damals begann die Hauptlese meist Ende Oktober, teilweise auch erst im November, wie zum Beispiel am 6. November 1980 oder am 2. November 1984. Grund für das immer frühere Wimmeln ist laut Fromm die Klimaerwärmung. So war 2015 mit +2,5 Grad das wärmste und 2007 (+2,3 Grad) das zweitwärmste erste Halbjahr seit Messbeginn. 2006 wurde zudem der wärmste Herbst gemessen (+2,6 Grad).

Nebst dem frühen Zeitpunkt sind viele Winzer aber auch mit der Qualität der Trauben zufrieden. Die Trauben sind schwer, was sich auf die Weinmenge auswirkt. «Der Ertrag ist je nach Lage eher mehr als nach den Frostnächten angenommen», so Fromm. Allerdings bestünde auch die Gefahr von Fäulnis. Und auch die Kirschessigfliege und Wespen haben die Winzer in der Herrschaft noch im Hinterkopf. Die Situation sei nicht allarmierend, aber man überwache sie ständig, so Fromm.

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Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos

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