21 farbige Bänkli für die Churer Altstadt
Die meisten sind rot. Viele sind hellblau. Einige wenige sind grün oder orange. Die Rede ist von den neuen Bänkli in der Churer Altstadt. Wir haben sie für Euch «besucht».
Die meisten sind rot. Viele sind hellblau. Einige wenige sind grün oder orange. Die Rede ist von den neuen Bänkli in der Churer Altstadt. Wir haben sie für Euch «besucht».
Ein Bänkli nach dem anderen. Beinahe militärisch aufgereiht erwarten die 21 neuen Sitzgelegenheiten für die Gässlein der Churer Altstadt ihren letzten Schliff. Jacqueline Cavegn, Inhaberin des Modegeschäfts Laki Mi, lackiert die Bänkli quasi im Akkord mit silbernem Sprühlack.
«Gemütlicher und attraktiver»
Lauter freudige Gesichter besammeln sich derweil anlässlich der Bänkli-Übergabe auf dem Churer Arcasplatz. Sie alle sind Ladenbesitzer in der Altstadt und erhalten jeweils ein Bänkli, das sie den Sommer über vor ihrem Geschäft aufstellen. Damit soll die Altstadt gemäss Stadtrat Tom Leibundgut «gemütlicher und attraktiver» werden.
Die Lattenbänkli, die übrigens auf den unbündnerischen Namen «Säntis» hören, hat die Stadt Chur finanziert. Ein Bänkli kostet knapp 400 Franken. «Es ist halt ein echtes Schweizer Produkt», erklärt Leibundgut. Die Stadt Chur sponsert den Ladenbetreibern die 21 «Säntisse» als Teil ihrer Verschönerungspläne.
Bänkli sind offenbar ein zentraler Bestandteil dieser Pläne. Zuerst stellte die Stadt mehrere breite Bänkli in der Fussgängerzone an der oberen Bahnhofstrasse auf. Jetzt verleiht die Stadt 21 Ladenbesitzern in der Altstadt jeweils ein klassisches Schweizer Lattenbänkli. Und weitere Bänkli sind bereits im Rahmen der baldigen Umgestaltung des Kornplatzes genehmigt. Diese Arbeiten beginnen im September.
Rechte, aber auch Pflichten
Doch zurück auf den Arcasplatz. Langsam trocknet der Lack. Vorsichtig zieht Cavegn beim ersten Bänkli die aufgeklebte Negativ-Schablone vom obersten Plastiklättli der Rücklehne. Nach und nach geben die Schablonen den aufgesprühten Schriftzug preis.
Die Spannung steigt, die Ladenbesitzer freuen sich auf ihr geliehenes Bänkli. Um dieses kümmern sie sich den Sommer über selber. Nachts müssen sie die Bänkli einschliessen. Ende November nimmt sie die Stadt zurück, um sie gegebenenfalls zu reparieren.
Bitte keine Werbung
Ein Passant erkundigt sich bei Stadtrat Leibundgut nach einer Patenschaft für eines der Bänkli. Dieser winkt ab. «Die Firma Passugger war an der Patenschaft für alle Bänkli interessiert. Das haben wir aber abgelehnt», entgegnet Leibundgut. Die Bänkli sollen nicht werben. Sie sind von der Stadt Chur für die Stadt Chur.
Mittlerweile entfernt Cavegn noch die letzten Aussparungen innerhalb der Buchstaben a und d des Schriftzuges. Die silberne Aufschrift «altstadtchur.ch» erscheint. Erste Ladenbesitzer setzen sich auf ihr Bänkli. Ihre Kleider bleiben verschont. Der Lack ist nicht ab, sondern trocken.
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