Das Wetter macht Pilzlern Freude
So schwer Vorhersagen auch sind: Die anlaufende Pilzsaison verspricht vielerorts eine gute zu werden. Besonders im Oberengadin, wo Pilze derzeit spriessen, deren Saison eigentlich erst Mitte/Ende August ist.
So schwer Vorhersagen auch sind: Die anlaufende Pilzsaison verspricht vielerorts eine gute zu werden. Besonders im Oberengadin, wo Pilze derzeit spriessen, deren Saison eigentlich erst Mitte/Ende August ist.
Des einen Freud, des andern Leid. Während Sonnenanbeter in diesen Tagen damit hadern, immer wieder den Regenschirm aufspannen zu müssen, freuen sich die Pilzsammler. Und die dürften vor allem im Oberengadin auf ihre Kosten kommen.
Denn die besten Nachrichten kommen nach einer Umfrage von «suedostschweiz.ch» von Men Bisaz. Als einer der Dienstältesten betreibt er seit über 35 Jahren die Oberengadiner Pilzkontrollstelle. Eine Arbeit, die ihm nach wie vor Spass macht. Besonders, wenn die Aussichten gut sind. «Es sieht mittlerweile sehr gut aus», sagt Bisaz. Immer wieder falle Regen, gepaart mit warmen Temperaturen biete dies einen guten Nährboden für das Pilzwachstum. Einzig in den vom Regen geschützten Wäldern sei es noch etwas trocken.
Vereinzelt fänden sich gar schon Pilze, die eigentlich ihre Saison Mitte/Ende August hätten. Zum Beispiel der Zigeuner. Pünktlich gewachsen sind Rauhfuss- und Lärchenröhrling. Und Richtung Unterengadin machen sich auch die Sommersteinpilze breit. Bisaz hat keine Zweifel: «Ich bin mir ganz sicher, dass ein sehr gutes Pilzjahr auf uns wartet.» Eine grosse Pilzvielfalt könne nur eine wirklich lange Warmwetterperiode verhindern. Das ist Balsam auf die Seele der Pilzfreunde aus dem Oberengadin. Denn die vergangenen zwei Jahre war es um die Pilzvielfalt nicht zum Besten bestellt.
Verhaltener Optimismus in der Surselva …
Die Pilzler in der Surselva werden bei ihrer Suche ebenfalls fündig. Riesenschirmlinge, Sommersteinpilze, Eierschwämme und Anis-Champignons durfte Pilzkontrolleur Egmont Heisch auf einer Höhe von rund 1400 m ü.M. antreffen. «Momentan sieht es nicht schlecht aus, aber eine Vorhersage für den ganzen Sommer ist schwierig», so Heisch. Schliesslich sei er kein Muotathaler. Werde es plötzlich warm und trocken, ruhe das Myzel.
… und grosse Zuversicht in der Kantonshauptstadt
Noch mehr Zuversicht herrscht bei Elvira Zogg, Pilzkontrolleurin in der Kantonshauptstadt, wo die amtliche Pilzkontroll- und Beratungsstelle vom 13. August bis 29. Oktober geöffnet ist, und im Sarganserland, wo die Kontrollstelle bereits offen ist. Zogg rechnet mit einem «Hammerjahr». Zum Optimismus veranlasst sie das warme Wetter mit viel Regen, welches schon im Juni begonnen habe. «Das ist optimal», so Zogg. Sie fügt aber an: «Ich kann gewisse Sachen voraussehen, eine Hellseherin bin ich aber nicht.»
(Noch) wenige Speisepilze im Prättigau
Am kommenden Samstag öffnet die Pilzkontrollstelle in Klosters. Hier und in Davos hat Maria Roffler-Montanaro die Fäden respektive Pilze in der Hand. Der regional stark unterschiedliche Niederschlag der letzten Wochen kann ihre Sichtungen erklären. Während man anderswo zuversichtlich auf die Pilzsaison blickt, reagiert Roffler-Montanaro verhaltener. Bislang hat sie im Raum Klosters nicht viele essbare Pilze gefunden. Ein paar Eierschwämme zum Beispiel. Von Sommersteinpilzen und Röhrlingen noch keine Spur. Ein Ausflug aus ihrem Gebiet nach Reichenau brachte die grosse Ernüchterung. «Ich konnte gar nichts finden, der Boden war total trocken», so Roffler-Montanaro.
Schonzeit beachten
Der Blick in die Glaskugel dürfte bei Pilzlern die Lust auf mehr geweckt haben. Vor lauter Vorfreude darf aber die Schonzeit nicht vergessen werden. Jeweils vom 1. bis 10. des Monats ist das Pilzsammeln untersagt. Ausserhalb der Schonzeit ist eine Sammelmenge von zwei Kilogramm Pilzen pro Person und Tag erlaubt. Die Pilzschutzgebiete findet Ihr hier.
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