Bündner sind verantwortungsbewusste Tierhalter
In Graubünden werden Haustiere nie an Raststätten oder am Strassenrand zurückgelassen. Ausgesetzt werden sie aber manchmal trotzdem.
In Graubünden werden Haustiere nie an Raststätten oder am Strassenrand zurückgelassen. Ausgesetzt werden sie aber manchmal trotzdem.
Die Bündner sind, was die Tierhaltung angeht verantwortungsbewusst. Wie Ivo Paganini, Betriebsleiter des Tierheims & Tierhotels Arche, sagt, gibt es in der Region im Sommer keinen Anstieg an ausgesetzten Tieren. Allgemein werden in Graubünden keine Tiere an Autobahnraststätten oder Strassenrändern zurückgelassen, wie man es vielleicht von Deutschland höre. «Hier ist man gottseidank wachsamer und ruft uns eher an als in Deutschland», meint Paganini.
Ausgesetzt werden Tiere in der Region trotzdem manchmal. Vor allem Katzen. «Weil man umzieht und das Tier nicht mitnehmen kann», erklärt Paganini. «Es kommt vor, dass Leute beim Umzug die Fenster und Türen aufmachen, sodass die Katzen die Wohnung oder das Haus verlassen.» Schliesslich fahre man einfach ohne sie ab und lasse die Katzen so zurück.
Gemeinden bezahlen für gefundene Tiere
Zuständig für gefundene Findeltiere sind die Gemeinden. Es gilt das sogenannte Fundrecht. «Wenn zum Beispiel eine Privatperson einen Hund in Domat/Ems findet, dann ist die Gemeinde für das Tier verantwortlich, auch wenn der Finder nicht dort wohnt», erklärt Paganini.
Mit einigen Gemeinden in der Region habe das Tierheim und Tierhotel Arche einen Vertrag zur Zusammenarbeit. Das Heim erhält laut Vertrag eine Jahrespauschale und ist dafür verpflichtet die Fundtiere aufzunehmen. «Entweder brauchen wir das Geld für die gefundenen Tiere der Gemeinde oder sie sehen es als Spende an», sagt Paganini.
Abgabe als Prävention
Nach Ablauf einer zweimonatigen «Findelfrist» werden die Tiere im Tierheim Arche an ein neues Zuhause vermittelt. Während der zwei Monate werden die Besitzer der Tiere gesucht und sie haben die Chance das Tier abzuholen. In der Schweiz können die Tierhalter zu 99 Prozent über einen im Tier implantierten Chip ausfindig gemacht werden, sagt Paganini.
«Holen die Halter das Tier noch am selben Tag ab, dann werfen sie meist etwas in unsere Trinkgeldkasse. Wenn die Tiere über Nacht bleiben, verlangen wir eine Abgabe», so der Betriebsleiter. Diese Kosten sollen präventiv wirken und Wiederholungsfälle verhindern. «Der Wert der Tiere sollte einfach deutlich gemacht werden.»
Lieber vorbeibringen als aussetzen
Es sei auch schon vorgekommen, dass Tiere im Tierhotel abgegeben und nie mehr abgeholt wurden. «In einem Fall sagten die Besitzer, sie wären fünf Tage lang im Urlaub und sind nie zurückgekommen. Später haben wir herausgefunden, dass sie sich ins Ausland abgesetzt haben», erzählt der Betriebsleiter. «In einem solchen Fall wäre es einfach besser, wenn die Halter offen sind und wir gemeinsam eine Lösung finden können.»
Corinne Raguth Tscharner ist stellvertretende Chefredaktorin Online/Zeitung und Chefin vom Dienst bei «suedostschweiz.ch». Zuvor erlernte sie das journalistische Handwerk als Volontärin in vier verschiedenen Redaktionen (Print, Online, Radio, TV) und war als Online-Redaktorin tätig. Mehr Infos
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