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HTW steht bei Studenten so hoch im Kurs wie nie zuvor

Noch nie haben so viele Jugendliche an der Churer Hochschule für Technik und Wirtschaft studiert. 
Die Nischenstrategie mit einzigartigen Angeboten scheint Früchte zu tragen.

28.06.17 - 06:30 Uhr
Leben & Freizeit
HTW Gadient Kessler
Brigitta Gadient (links) ist offiziell Präsidentin der HTW.
Yanik Buerkli / YANIK BÜRKLI

Genau 1282 Studierende haben sich im vergangenen Jahr für die Bachelor- und Masterstudiengänge an der Churer Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) eingeschrieben. So viele wie noch nie, hiess es an der gestrigen Medienkonferenz. 509 Studenten haben im Jahr 2016 ihr Studium gar neu in Angriff genommen. Auch das ist ein Rekord.

Überraschend kommt dies für Rektor Jürg Kessler allerdings nicht: «Wir haben damit eigentlich eine Punktlandung gemacht», sagte er auf Anfrage. Gemäss Leistungsauftrag des Kantons Graubünden sollte die HTW im vergangenen Jahr zwischen 1100 und 1300 Studenten unterrichten. Dank eines Studierendenzuwachses von über zehn Prozent gegenüber 2015 konnte diese Marke beinahe noch geknackt werden.

Doch woher rührt dieses markante Wachstum? Der Rektor sieht den Grund dafür darin, dass sich die Bündner Hochschule in den vergangenen Jahren auf ihrem Gebiet einzigartig positioniert hat.

Nicht weniger als fünf Studiengänge der HTW sind noch nicht älter als zwei Jahre. Im Jahr 2016 wurden die beiden Studienrichtungen Photonics und Digital Business Management neu angeboten. Diese Studiengänge sind schweizweit einmalig, und mit dem technologischen Fortschritt werden diese Studiengänge immer bedeutender: «Das grosse Potenzial für die HTW liegt eigentlich in der Weiterentwicklung dieser neuen Studiengänge», sagte Kessler. Mit dem Fortschritt nur mithalten zu können ist für Kessler nicht genug. «Wir wollen der Digitalisierung immer eine Nasenlänge voraus sein.»

Nur so könne die HTW die künftigen Bedürfnisse der Wirtschaft mit entsprechend ausgebildeten Studenten bedienen, meinte Rektor Jürg Kessler. Wie aber weiss die Hochschule schon heute, was die Unternehmen morgen brauchen?

HTW als Forschungsinstitution

Ihr Know-how füttert die Hochschule mit eigenem Forschungsengagement. Laut der gestern an der Medienkonferenz präsentierten Zahlen entspricht das Engagement 54 Vollzeitstellen.
Zurzeit betreut die HTW nach eigenen Angaben rund 350 Forschungsprojekte in 50 Ländern. Die Zusammenarbeit und der Diskurs mit anderen Institutionen und Unternehmen im Rahmen der Forschungsprojekte sind für die Bündner Hochschule aus zwei Gründen wichtig. Einerseits hebe man so die Qualität der Lehre im Unterricht und gebe der Hochschule ein Gesicht, meinte Kessler. Andererseits erfährt die HTW dadurch, was die Wirtschaft und die Forschung vor Ort zum aktuellen Zeitpunkt bewegt. Daraus lässt sich in der Folge ableiten, mit welchem Rüstzeug künftige Mitarbeiter dieser Unternehmen ausgestattet werden müssen.

Selbstständig in die Zukunft

Dass sich immer neue Berufsfelder entwickeln, ist für die Bündner Hochschule aus genannten Gründen ein Segen. Für den Status quo an der HTW ist diese Tatsache allerdings in gewisser Weise auch ein Fluch. Weil sie noch nicht selbstständig operiert, kann die HTW auch nicht einfach neue Studiengänge nach eigenem Gutdünken zu ihrem Portfolio hinzufügen. Zurzeit entscheidet laut Kessler noch der Fachhochschulrat Ostschweiz darüber, welches Studienangebot an welchem Standort unterrichtet wird.
Um das eigene Studienportfolio in Zukunft selber erweitern zu dürfen, hilft der HTW also nur der Gang in die Selbstständigkeit. Und dieser Prozess läuft derzeit auf Hochtouren. Bis wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird, kann laut Kessler zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorausgesagt werden. Die Schule müsse dazu vom Bund zuerst noch endgültig akkreditiert werden. Dies findet gemäss Kessler nach Anhörung aller Kantone im Rahmen der Schweizerischen Hochschulkonferenz statt.

Zukunft mit neuer Präsidentin

An der gestrigen Medienkonferenz stellte die HTW Chur ausserdem alt Nationalrätin Brigitta M. Gadient als neue Präsidentin des Hochschulrats vor. Obwohl, ganz neu ist Gadient dieses Amt nicht mehr. Sie hat ihre Aufgabe bereits am 1. Januar von ihrem Vorgänger Ludwig Locher übernommen. Locher hatte das Amt des Präsidenten zuvor während gut zehn Jahren innegehabt.
Gadient will die aktuelle Strategie beibehalten und bis zum Jahr 2020 schon eine neue technische Fach- richtung an der HTW lancieren.

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