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Nun haben auch die Biker ihren Höhenweg im Grosstal

Dem Zivilschutz und der Armee sei Dank: Glarus Süd bietet neu eine durchgehende Mountainbike-Strecke bis zum Urnerboden an. Sie ist auch für Elektrovelos geeignet und wird Ende Monat mit einer Tour eingeweiht.

Rolf
Hösli
Montag, 12. Juni 2017, 19:30 Uhr Neuer Bikeweg
Gute Aussichten: Der neue Bikeweg führt durch attraktives Terrain in Glarus Süd.
PRESSEBILD

Kurt Reifler ist nicht nur Initiant der Glarner Gemeindefusion, er ist auch der Vater der Tour Fridolin. Am Sonntag, 25. Juni, findet der Anlass zum achten Mal statt. Zum ersten Mal führt der Weg nach Braunwald. Mit gutem Grund: An der Tour wird gleichzeitig auch der Höhenweg für die Mountainbiker eingeweiht, der Schwanden hoch über dem Talboden neu durchgehend mit dem Urnerboden verbindet.

«Panoramatour Braunwald-Grosstal» nennen die Touristiker diese Strecke, die speziell auch für E-Mountainbikes gedacht ist. «Beim Mittagshalt auf dem Grotzenbüel erwartet die Tour-Teilnehmer ein Festprogramm», sagt Fridolin Hösli,  Geschäftsführer der Braunwald-Klausenpass Tourismus AG. Zwischen zwölf und halb drei Uhr gebe es für die Biker und E-Mountainbiker gemütliches Zusammensein mit musikalischer Unterhaltung und Verpflegung in der «Chämistube». «Zudem erhalten alle Tour-Teilnehmer ein Überraschungsgeschenk.»

Teilstück durch den Wald gelegt

Auf dem Grotzenbühl präsentiert sich am letzten Juni-Sonntag auch der Zivilschutz Glarnerland mit einem Stand. Die Truppe von Zivilschutzchef Christian Schindler hat den neuen Gebirgsveloweg erst ermöglicht, indem sie in den letzten drei Jahren je eine grössere Etappe der Route erstellt hat. 2015 und 2016 war es das Teilstück von der Bösbächialp bis zum Dorf Braunwald, in diesem Jahr haben die Glarner Zivilschutz-Spezialisten einen Weg vom Nussbüel hinauf auf die Rieteralp erstellt. Damit der 1,2 Meter breite Weg auch von der Landwirtschaft genutzt werden kann, musste für den oberen Teil eine Schneise durch den Wald geschlagen werden.

In ihren Schlussberichten blicken Christian Schindler wie auch Einsatzleiter Thomas Kühne auf ein schwieriges, aber letztlich erfolgreiches Projekt zurück. Mehrere hundert Manntage waren die orangen Männer in und um Braunwald im Einsatz. Dazu hat die Armee mehrere hundert Tonnen Material auf die Baustelle geflogen, vor allem das Koffermaterial für den Weg – insgesamt ein Millionengeschenk der Einatztruppen an Glarus Süd.

Für Fridolin Hösli natürlich ein Grund zur Freude. Auf einer Skala von eins bis zehn liege der Grad seiner Freude «fast bei zehn», antwortet der BKT-Geschäftsführer auf die entsprechende Frage. Es sei schön, dass der Zivilschutz und die Armee sinnvolle Arbeiten verrichteten. Diesmal sei das Grosstal Nutzniesser, «aber dem Zivilschutz ist bewusst, dass er für das gesamte Glarnerland da ist.»

Eine Tour nicht nur für Biker mit Sprinterwädli

46 Kilometer misst die gesamte Route zwischen Schwanden und Urnerboden, und sie führt an einigen reizvollen Naturschönheiten von Glarus-Süd entlang. Diese wollen die Teilnehmer der Fridolin-Tour am 25. Juni erkunden. Die Tour startet um 9 Uhr auf dem Landsgemeindeplatz in Glarus. Via Schwändi – Leuggelen geht es – mit und ohne Stromunterstützung – Richtung Bächital und dann eben hinauf zum Grotzenbüel.

Nach der Mittagspause fahren die Biker weiter via Nussbüel Richtung Urnerboden und von dort auf der Klausenpass-Strasse entlang nach Linthal und durch das Grosstal zurück nach Glarus.

Die Tour Fridolin wurde 2010 ins Leben gerufen. «Wir wollten einen Sportanlass bieten, bei dem es für einmal nicht ums Gewinnen geht», sagt Kurt Reifler. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. «Egal ob alt oder jung, ob Frau oder Mann, ob mit Sprinterwädli oder Hobbyfahrerwädli». Gemeinsam ein Ziel erreicht haben auch der Zivilschutz, die Armee und Glarus Süd – auch eine Art Fusion, an der Kurt Reifler seine Freude haben dürfte.

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