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Rolf Knie bringt Geschichte des Circus Knie auf Musicalbühne

Die Geschichte des Circus Knie soll als Musical auf die Bühne kommen. Das bestätigt Rolf Knie auf Anfrage. Zum 100-Jahr-Jubiläum 2019 wird das Musical an verschiedenen Spielorten auf die Bühne kommen.

Urs
Schnider
Freitag, 12. Mai 2017, 16:15 Uhr Circus Knie
Bald Musical-Direktor: Rolf Knie bringt den Circus auf die Musicalbühnen der Schweiz.
KEYSTONE

Rolf Knie wirkt überrumpelt, als er an seinem Zweitwohnsitz auf Mallorca ans Telefon geht: «Ich bin überrascht, wir haben das noch gar nie kommuniziert.» Der Spross der Rapperswiler Zirkusdynastie gibt sich entsprechend zugeknöpft zu seinem jüngsten Projekt. Der Tausendsassa ist bekannt als Maler und hat als Kopf zweier Produktionen bewiesen, dass er ein Händchen für Publikumsmagneten hat. Zusammen mit Sohn Gregory rief er «Salto Natale» sowie «Circus Ohlala» ins Leben. Nun plant Rolf Knie eine neue Produktion: Die bald 100-jährige Geschichte des Circus Knie soll 2019 als Musical in der ganzen Schweiz auf die Bühne kommen. Diese Bombe lässt nicht Rolf Knie selber, sondern – wohl ungewollt – der Kanton St. Gallen platzen.

Knie wollte Million vom Kanton

Aus dem jüngsten Bericht des Amtes für Kultur, der am Freitag publik wurde, wird ersichtlich, dass Rolf Knie um einen Beitrag aus dem Lotteriefonds ersucht hat. Und der ist nicht ohne: Eine Million Franken erhoffte sich Knie aus dem kantonalen Geldtopf, mit dem Kulturinstitutionen, Künstler und Projekte unterstützt und gefördert werden.

Das war den kantonalen Kulturförderern dann aber doch zu viel, wie es im Bericht heisst: «Die Produktion und Tournee des geplanten Musicals ist aus Sicht des Kantons St. Gallen mit den Einnahmen aus Eintritten und den finanziellen Mitteln von Sponsoren finanzierbar.» Gänzlich lumpen lässt sich der Kanton aber nicht: Er würdigt das «weit über die Kantonsgrenzen ausstrahlende künstlerische Schaffen» von Rolf Knie und unterstützt das Musical mit einem Beitrag 30 000 Franken.

Von Thun bis Basel nach Zürich

Rolf Knie sagte auf Anfrage der «Südostschweiz», er wisse nichts vom Entscheid des Kantons und könne sich deshalb nicht dazu äussern. Rolf Knie bestätigte lediglich: «Ja, wir planen ein Musical, das die Geschichte des Circus Knie erzählt. Es ist aber noch nichts spruchreif.»

Im Bericht zum Lotteriefonds klingt das etwas anders. Dort wird munter und sehr konkret über das Vorhaben geschrieben. So soll die Produktion in einem eigens entwickelten Zirkuszelt im Air Force Center in Dübendorf und in verschiedenen Theatern in der Schweiz präsentiert werden. Geplant seien Aufführungen im Theater 11 in Zürich, auf der Thuner Seebühne sowie im Musical Theater in Basel. Auch dass Rolf Knie selber die künstlerische Leitung des Musicals übernehmen werde, ist im Bericht nachzulesen. Das klingt nicht danach, als wäre noch nichts spruchreif, wie Rolf Knie sagt. Und bei der im schweizerischen Handelsamtsblatt eingetragenen Firma «Rolf Knie Musical Production AG» ist der Zweck ebenfalls klar: Kreation, Produktion, Organisation, Durchführung, Förderung und Management von Musicals.

Bühne aus St. Gallenkappel

Für die Produktion des Musicals und die Jubiläums-Tournee wird gemäss den kantonalen Unterlagen mit einem Projektaufwand von rund 9,2 Millionen Franken gerechnet, dies bei Publikumseinnahmen von rund 9,8 Millionen Franken.

Für die Musik setzen die Organisatoren auf die Zusammenarbeit mit Patric Scott aus Sargans. Bei der Aufarbeitung der Familiengeschichte und beim Zugriff auf das Archiv wie Fotos, Filmmaterial, Plakate, Kostüme etc. erhält Rolf Knie Unterstützung aus Rapperswil-Jona. Neben der Familie Knie sind Stadtarchivar Markus Thurnherr und Stadtweibel Markus Felder mit an Bord. Den Bühnenbau realisiere die Firma Artho Holz- und Elementenbau AG St.Gallenkappel.

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