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Glarus wird immer «älter»

Glarus wird laut der aktuellen Bevölkerungsstatistik immer älter. Neu gibt es zum ersten Mal mehr alte als junge Menschen – ein Trend, der sich fortsetzen wird.

03.05.17 - 06:13 Uhr
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Erstmals mehr alte als junge Glarner.
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Die Bevölkerung der Schweiz ist im vergangenen Jahr um knapp 100 000 Menschen gewachsen. Ende Jahr wurde ein Stand von 8,42 Millionen erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) in der Zuwanderung. Alle Kantone – auch Glarus – meldeten höhere Einwohnerzahlen. Exakt 113 Personen mehr verzeichnet das Glarnerland. Die Gesamtbevölkerung beläuft sich damit Ende 2016 auf 40 141 Menschen.

Neu gehört Glarus aber zu den Kantonen, die mehr alte als junge Menschen verzeichnen. Dies ist sonst nur in Bern, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Nidwalden, Tessin und Graubünden der Fall. Dabei versteht das BFS unter dem Begriff «alt» alle ab 65 Jahren. Als «jung» gelten die unter 20-Jährigen.

Max Widmer, Gemeindeschreiber in der Gemeinde Glarus, erklärt sich die Entwicklung auch mit der Arbeitsmarktentwicklung. «Der Kanton Glarus ist in den letzten Jahren zu einem Arbeitsmigrant geworden.» Heisst: Menschen müssen zwecks Arbeit den Kanton verlassen. «Da liegt es nahe, dass manch einer in Richtung Arbeit umzieht. Und nicht jeder kommt später wieder zurück», so Widmer. Das gelte sicher auch für die Jungen, die ein Studium begännen.

Glarus – ein grosses Altersheim

Durch die demografische Alterung ergeben sich in nahezu allen Lebensbereichen Herausforderungen – ob bei den Sozialwerken, in den Betrieben, Schulen oder der Altenpflege. «Ich sehe in der Entwicklung aber nicht per se etwas Schlechtes. Wirtschaftlich gesehen ist die ältere Generation ziemlich kaufkräftig», sagt Max Widmer. Da die Gesamtbevölkerung im Kanton Glarus wachse, könnte man die Entwicklung auch so deuten, dass das Glarnerland für Pensionierte sehr lebenswert sei.

Diese Deutung würde den älteren Generationen der Zukunft entgegenkommen. Denn das BFS prophezeit, dass 2045 etwa 29 Prozent der Glarner Bevölkerung im Pensionsalter sein werden. Im Vergleich: Derzeit sind es 19,4 Prozent.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen wird laut aktuellen Prognosen im Kanton Glarus bis 2045 von derzeit 19,2 auf 16,4 Prozent zurückgehen. Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt von derzeit 61,7 auf 54,4 Prozent. Trotzdem gehen die Statistiker aktuell davon aus, dass in Glarus in rund 30 Jahren etwa 13 Prozent mehr Menschen leben werden – also rund 45 200.

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