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Schweiz und Welt

Schwieriges Jahr für die Rhätische Bahn

Südostschweiz
07.12.2020, 11:34 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Für die Rhätische Bahn (Rhb) war das Jahr 2020 anspruchsvoll. An der Jahresmedienkonferenz sprach Verwaltungsratsratspräsident Stefan Engler Klartext: «Die ersten zwei Monate konnten wir an die Erfolge von 2019 anknüpfen, aber ab März waren wir schwer betroffen.»

Negatives Jahresergebnis

Basierend auf den Zahlen von Ende Oktober, erwartet die RhB für das Geschäftsjahr 2020 einen Verlust von rund 25 Millionen Franken. «Nach Abzug der zugesagten Covid-19-Finanzhilfe verbleibt voraussichtlich ein negatives Jahresergebnis von minus zehn Millionen Franken», so Engler.

Im Bereich Personenverkehr hätte aber schlimmer kommen können. Denn mit der Wiederaufnahme des touristischen Verkehrs im Juni erholte sich die Situation. «In den Sommermonaten Juli und August erreichte die RhB, insbesondere dank Schweizer Fahrgästen, wieder 80 Prozent der Vorjahresfrequenzen», erklärte Engler.

Positive Zahlen

Im grünen Bereich ist einzig der Güterverkehr. «Hier resultierte per Ende Oktober ein Einnahmeplus von 1,7 Prozent», sagte RhB-Direktor Renato Fasciati  Und die geleisteteten Tonnenkilimeter seien um acht Prozent gestiegen. Dieses gute Ergebnis sei auch dank der Tatsachen zustande gekommen, dass die Einträge aus Eigenleistungen für die vielen grossen Inverstitionsprojekte der RhB von der Coronakrise nicht gross tangiert worden seien.

Erstaunlich krisenresistent

Der Autoverlad ist interessanterweise krisenresistent. Die Frequenzen brachen zwar auf rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Die Erholung setzte setzte aber früher und nachhaltiger ein als beim Personenverkehr. «Bereits im Juli wurden fast gleich viele Fahrzeuge transportiert wie im Vorjahr», so Fascati. Und seit August liege die Anzahl transportierter Fahrzeuge sogar über jener vom Vorjahr. Die RhB erwartet beim Autoverlad ein negatives Ergebnis von zwischen eins und zwei Prozent

RhB-Verwaltungsratspräsident Engler und RhB-Direktor Fascati blicken trotz allem zuversichtlich auf die nächsten Jahre. «Wir verkriechen uns nicht», so Engler. Die Modernisierung werde weiter vorangetrieben.

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