Wie in Davos die Ära Del Curto zu Ende ging
27. November 2018. Es ist kurz nach 10 Uhr morgens, als der HC Davos in einem Schreiben an die Medien eröffnet, dass Trainer Arno Del Curto zurückgetreten ist. «Arno war aber weit mehr als nur ein Erfolgstrainer», schreiben die HCD-Verantwortlichen: «Einzigartig die leidenschaftliche Art, mit der er seine Spieler formte. Und mit einem ausgeprägten, offensiven Tempospiel hat er nicht nur die HCD-Fans, sondern sämtliche Anhänger von attraktivem, spektakulärem Eishockey während vieler Jahre begeistert.»
Eine Meldung wie ein Hammerschlag
Ende einer Ära: Del Curto nicht mehr HCD-Trainer
In der Tat hat der mittlerweile 63-jährige Del Curto den Schweizer Rekordmeister geprägt wie kein Zweiter. Er führte den HC Davos zu sechs Meistertiteln (2002, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015) sowie fünf Spengler-Cup-Triumphen (2000, 2001, 2004, 2006, 2011). In der Champions-Hockey-League begeisterte der HCD in der Saison 2015/16 unter der Leitung des charismatischen Engadiners mit dem Vorstoss in den Halbfinal.
Wie es zum Rücktritt kam
Doch welche Ereignisse führten dazu, dass Del Curto nach 22 Jahren plötzlich einen Schlussstrich zog? Denn zumindest der Zeitpunkt des Rücktritts kam für viele überraschend. Zwei Tage zuvor hatten die Davoser (17 Punkte aus den ersten 20 NL-Spielen) die ZSC Lions auswärts noch mit 5:1 bezwungen. Die sportliche Wende zum Guten schien möglich.
Als einer der Ersten war es René Weber, Leiter Sport der «Südostschweiz», der Del Curto an besagtem Dienstag telefonisch erreichen konnte. «Der Entscheid fiel schon am Samstag», erklärte Del Curto. Also noch vor dem Sieg in Zürich.