Leere Betten: Bündner Spitäler beantragen Kurzarbeit
Aufgrund der aussergewöhnlichen Lage rund um das Coronavirus bereiten sich schweizweit alle Spitäler und Kliniken auf eine Corona-Welle vor. Der Bundesrat hat veranlasst, dass auf alle Eingriffe, die nicht lebensbedrohlich oder notwendig sind, verzichtet werden muss. So soll sichergestellt werden, dass genügend Betten für die Behandlung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten bereitgestellt werden können. Eingriffe, die zeitlich nicht verschoben werden können, werden nach wie vor durchgeführt.
Das Engadin lebt vor allem vom Tourismus. Seitdem die Skigebiete von einem Tag auf den anderen geschlossen wurden, und die Leute vom Bundesrat aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben, sackte die Zahl an Patientinnen und Patienten im Spital Oberengadin drastisch ab. «Es ist keine Abteilung völlig geschlossen, überall wurde jedoch deutlich heruntergefahren», sagt Beat Moll, CEO des Spitals Oberengadin gegenüber «suedostschweiz.ch.» In vielen Abteilungen gebe es fast nichts zu tun, weshalb das Spital Oberengadin einerseits Überzeiten abbaue, andererseits Kurzarbeit für Angestellte angemeldet habe, so Moll. Insgesamt rechnet das Spital Oberengadin für den März mit einem Verlust von rund zwei Millionen Franken.
Intensivpflege ja, anderes nein
Für die Behandlung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten wird vor allem Personal auf der Intensivpflegestation und in der Pflege benötigt. Wo möglich, wird in den Spitälern Personal auf solche Abteilungen verlegt und geschult. «Jene aus der Anästhesie haben ähnliche Fähigkeiten, insbesondere was die Beatmung betrifft. Sie können gut auf solchen Stationen aushelfen», so Moll. Andere Mitarbeiter könne man nicht so einfach in solchen Bereichen einteilen, weil die Ausbildung zur Intensivpflege mehrere Jahre dauere.