Graubünden könnte dem Bund aushelfen
Justizministerin Karin Keller-Sutter machte vor kurzem während einer Debatte im Nationalrat darauf aufmerksam, dass die 16 Asylzentren des Bundes zu 90 Prozent ausgelastet sind. Wegen der Corona-Pandemie könnten viele Asylsuchende nicht weggewiesen werden. Sie sprach dabei von einer «prekären Situation». Der Bund sei im Moment mit den Kantonen daran, zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Graubünden könnte dem Bund allenfalls aushelfen.
Ruhige Lage in Graubünden
In den Bündner Asylzentren sieht die Platzsituation momentan weniger prekär aus als auf nationaler Ebene, wie Georg Carl, Leiter Asyl und Rückkehr beim Amt für Migration und Zivilrecht des Kantons Graubünden, gegenüber Radio Südostschweiz sagte: «In Bezug auf die Unterbringung ist die Situation bei uns entspannter als beim Bund. Das hängt auch damit zusammen, dass der Bund in seinen Zentren auf Mehrbettzimmer setzt. Dort sind mehr Personen pro Zimmereinheit untergebracht als bei uns.» In Graubünden sei es entsprechend einfacher, die Corona-Schutzmassnahmen und die Distanzregeln einzuhalten.
Die Bündner Asylzentren seien momentan etwa zur Hälfte ausgelastet, so Carl. Im Moment seien im Kanton zwei Zentren nicht durch Asylsuchende belegt und es gebe bei Bedarf noch zusätzliche Plätze für die Unterbringung. «Aufgrund der aktuellen Situation in den Zentren sind wir bereit, Asylsuchende aufzunehmen, die uns zugewiesen werden», ergänzt Carl.