Bündner Bergbahnen: Viele Gäste trotz wenig Naturschnee
Der Winter 2022/23 ist für die Bündner Bergbahnbranche herausfordernd. Insbesondere Skigebiete ohne technische Beschneiung hatten wegen des lange ausgebliebenen Naturschnees zu kämpfen. Das Wintersportgebiet Splügen-Tambo beispielsweise musste den Betrieb Anfang Monat sogar vorübergehend einstellen. Und die Chur Bergbahnen öffneten über den Jahreswechsel wegen des fehlenden Weiss kurzerhand die Downhill- und Mountainbike-Strecken.
Trotz dieser Wetterkapriolen fällt die Zwischenbilanz des Branchenverbandes Bergbahnen Graubünden per Ende Januar positiv aus. Der am Freitag veröffentlichte Branchenmonitor, der insgesamt 23 Bergbahnunternehmen im Kanton und damit 90 Prozent des Transportumsatzes umfasst, zeigt für den Januar unter dem Strich ein leichtes Plus von 1,1 Prozent bei der Gästezahl gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Transportumsatz war dagegen um 3,3 Prozent rückläufig. Diese Entkoppelung zwischen Ersteintritten und Transportumsatz führt der Verband auf die vermehrte Einführung des Dynamic Pricing – also der flexiblen Preisgestaltung basierend auf der aktuellen Nachfrage – sowie von flexiblen Abosystemen zurück.
Das Engadin profitiert, die Region Mitte verliert
Bei der Einordnung der jüngsten Branchenzahlen fallen zwei Faktoren ins Gewicht. Erstens: die Vergleichsperiode. So war der Vorwinter 2021/22 im langjährigen Durchschnitt ausserordentlich stark: Damals wurden die besten Ergebnisse seit 15 Jahren erreicht. Im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahren liegt der Januar 2023 bei den Gästeeintritten denn auch um 10 Prozent über dem Durchschnitt, beim Transportumsatz sogar um 22 Prozent. Und dies trotz der erwähnten schwierigen Witterungsverhältnisse.