In Graubünden wird wieder geimpft
Der saisonale Zyklus von Viruserkrankungen der Atemwege ist seit Langem bekannt. Warme Temperaturen wirken der Ausbreitung von Viren entgegen, wohingegen kalte und trockene Temperaturen diese begünstigen. Das bestätigt auch ein Blick auf die aktuellen Fallzahlen. Nachdem es im Sommer ruhig um das Coronavirus geworden ist, kommt es nun wieder vermehrt zu Ansteckungen. Grund dafür sind aber nicht nur die kalten und trockenen Temperaturen, sondern auch der Fakt, dass die Menschen wieder mehr Zeit in Innenräumen mit wenig frischer Luft verbringen. Ausserdem tritt in den sonnenarmen Herbst- und Wintermonaten bei der Bevölkerung vermehrt Vitamin-D-Mangel auf, da die Sonnenstrahlen in diesen Jahreszeiten nicht mehr ausreichen, um den täglichen Bedarf zu decken. Das führt dazu, dass unser Immunsystem geschwächt ist und anfälliger auf Viren reagiert. Um eine Corona-Herbst- oder Winterwelle zu vermeiden, lanciert der Bund eine nationale Impfkampagne. Auch der Kanton erweitert sein Impfangebot für die kälteren Jahreszeiten.
Voranmeldung nicht nötig
In Graubünden besteht wieder die Möglichkeit, sich in vielen Apotheken, Hausarztpraxen und diversen Impfzentren impfen zu lassen. An den meisten Anlaufstellen ist dies ohne Voranmeldung möglich, wie Daniel Camenisch, Leiter der kantonalen Kommunikationsstelle Coronavirus, erklärt. «Unser Ziel ist es, einen einfachen Zugang zu den Impfungen zu ermöglichen. Hausarztpraxen, Apotheken und die Impfzentren in allen Regionen haben ihr Walk-in-Angebot stark ausgebaut.» Wie rege die Impfmöglichkeiten in der Zwischenzeit genutzt wurden, sei wegen der nicht notwendigen Anmeldungen schwer abzuschätzen. Camenisch zieht aber bisher eine positive Bilanz. «Wir sehen beispielsweise, dass das Boosterzentrum in Chur grosses Interesse erweckt hat. Das ist natürlich erfreulich.»