So lief der August für die Bündner Hoteliers
Die Logiernächtezahlen in der Bündner Hotellerie zeigen seit einigen Monaten nur in eine Richtung: nämlich nach unten. Diese Entwicklung hat sich zuletzt in den Sommermonaten akzentuiert. Am Donnerstag hat das Bundesamt für Statistik nun die Übernachtungszahlen für den August publiziert: Schweizweit nahm die Zahl der Logiernächte um 2,4 Prozent auf 4,62 Millionen zu. Mehr Ausländerinnen und Ausländer verbrachten ihre Ferien in der Schweiz als vor Jahresfrist, während die Übernachtungszahlen von Schweizerinnen und Schweizern um 4,8 Prozent auf 2,13 Millionen zurückgingen.
Wie lief es für die Bündner Hoteliers im August?
Graubünden konnte im August insgesamt 604’773 Hotellogiernächte verbuchen: Im Vergleich zum August 2022 entspricht dies einem Rückgang um 7,6 Prozent, im Vergleich zum 5-Jahresmittel um fünf Prozent. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Monate ungebremst fort. Betrachtet man die 13 vom Bundesamt für Statistik erfassten Schweizer Tourismusregionen, hat die Bündner Hotellerie im August am schlechtesten abgeschnitten. Einzig das Tessin verzeichnete mit einem Logiernächte-Rückgang um vier Prozent ein ähnlich starkes Minus. Dagegen konnte beispielsweise das Wallis die Übernachtungszahlen um 1,2 Prozent steigern, die Region Zürich, welche von der Erholung des Städtetourismus profitiert, gar um 7,3 Prozent.
Wie sieht das August-Ergebnis 2023 im historischen Vergleich aus?
Graubünden mit seinem traditionell hohen Anteil an einheimischen Gästen konnte in den Jahren der Coronapandemie besonders stark vom Boom bei den Schweizer Touristinnen und Touristen profitieren. Aufgrund der damals geltenden Reiserestriktionen verbrachten diese ihre Sommerferien nicht am Mittelmeer, sondern in den Bergen. Im August 2021 erzielte die Hotellerie in Graubünden mit rund 716’000 Logiernächten denn auch ein Spitzenergebnis wie zuletzt in den Neunzigerjahren. Dass dieses Niveau auf die Dauer nicht zu halten sein würde, war klar. Mittlerweile liegen die Übernachtungszahlen denn auch wieder auf Vor-Corona-Niveau: So hatten die Bündner Hoteliers im August 2019 ebenfalls rund 605’000 Übernachtungen verbuchen können. Die jüngsten Rückgänge im Sommer sind vor diesem Hintergrund also zu relativieren. Luzius Stricker, Leiter Statistik und Register beim Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT) Graubünden, schreibt hierzu in seiner Analyse der August-Zahlen: «Vergleicht man die Entwicklung des Bündner Tourismus mit den weiteren Schweizer Tourismusregionen, wird klar, dass nach dem pandemiebedingten Höhenflug auch beim internationalen Reiseverhalten wieder eine gewisse Normalität eingekehrt ist.»