Er heilte auch mit Worten: «Toggter Walter» war vier Jahrzehnte lang Dorfarzt in Näfels
von Fridolin Hauser
Am 13. August dieses Jahres wäre Doktor Walter Hauser-Ebrok 102 Jahre alt geworden. Der beliebte, stets fröhliche Dorfarzt heilte nicht nur mit medizinischen Massnahmen, sondern auch mit gutem Zuspruch und mit aufmunternden Worten.
Seine Praxis war zuerst am Klosterweg, dann im neu erbauten Wohnhaus mit Praxis in der Steinbockwiese im Unterdorf. Sein Grossvater Fridolin Hermann Hauser-Müller war «Steinbock»-Wirt und Gemeindeschreiber. Dessen Sohn Walter wanderte aus, war Postbeamter in Pruntrut und wurde später auch in Basel eingebürgert. Er heiratete im Jahr 1922 Albertina Mettler, gebürtig aus Reichenburg. Dieser Ehe entsprossen am 13. August 1923 in Pruntrut Walter und im Jahr 1926 Yvonne Elsa.
Näfels, Pruntrut, Näfels: Die Wurzeln der Familie Hauser
Walter absolvierte ein Arztstudium und kehrte als junger Doktor der Medizin in den Fünfzigerjahren in die Heimat seiner Vorfahren nach Näfels zurück. Wohl vier Jahrzehnte wirkte er als populärer Dorfarzt im Rautidorf. Im Jahr 1953 verehelichte er sich mit Erika Ebrok. Sie schenkte den beiden Söhnen Walter und Roman das Leben. Beide promovierten: Walter als Doktor der Rechtswissenschaften und Roman als Doktor der Medizin.
In bester Erinnerung ist der älteren Generation Walter Hauser-Ebroks Tante, die als «Schteibogg»-Elise (1884–1970) im Vaterhaus wirtete.
Rückkehr ins Glarnerland als junger Arzt
Doktor Walter Hauser wurde wegen seiner Volksverbundenheit zum wohlbekannten und gefragten «Toggter Walter». Er war von 1963 bis 1994 über drei Jahrzehnte Vereinsarzt im Samariterverein und wegen seiner fröhlichen und leutseligen Ausstrahlung eine Legende im Rautidorf.