Nach guter Wahl eine gute Saison
Dennoch überwiegen im ersten Jahr unter Headcoach Josh Holden mit dem Spengler-Cup-Sieg und der direkten Playoff-Qualifikation die positiven Aspekte deutlich.
Die Verpflichtung von Josh Holden war vor einem Jahr ein mutiger Entscheid der HCD-Führung. Er wies zwar wertvolle Lehrjahre bei Dan Tangnes beim EV Zug als Referenz auf, übernahm in Davos jedoch erstmals die Verantwortung als Headcoach. Holden war früher ein sehr guter Spieler, aber auch ein Hitzkopf und Provokateur. In seiner neuen Rolle erwies er sich als gewiefter Taktiker und überlegter, ruhiger Coach an der Bande. Beim HCD implementierte Holden gemeinsam mit seinem Trainerstaff seiner neuen Mannschaft in minuziöser Arbeit sein attraktives Eishockey: Basierend auf einer kompakten Defensive ein schnelles Offensivspiel, in welchem die Stürmer je nach Situation kreieren oder tief gehen.
Ab Weihnachten im Hoch
Das «Holden-Hockey» benötigte logischerweise eine Angewöhnungszeit. In den ersten Meisterschaftswochen setzte es mehrere, meist knappe Niederlagen ab. Ab Weihnachten sass das Spielsystem. Der HCD triumphierte erstmals seit zwölf Jahren wieder am Spengler Cup. Im Januar und Februar gewann er die meisten seiner engen Spiele und neun der letzten elf Partien in der «Regular Season». Das war nötig, um mit der direkten Playoff-Qualifikation das von der Clubleitung formulierte Saisonziel zu verwirklichen. Es hatte allerdings auch zur Folge, dass die Schlüsselspieler in diversen Begegnungen forciert wurden, um die Punkte heimzubringen
Der logische Substanzverlust offenbarte sich in den Playoffs. Erschwerend gesellte sich beispielloses Verletzungspech hinzu. In mehreren Partien fehlten bis zu acht Stammspieler. Gleichwohl lieferte der HCD dem Lausanne HC eine begeisternde, kampfbetonte Serie auf Augenhöhe. Letztendlich fehlte jedoch die Kraft, um mit dem dünnen verbliebenen Kader trotz zwei Auswärtssiegen und einer 3:2-Führung in der Serie den Vorstoss in den Halbfinal zu schaffen. Bezüglich Einsatz und Kampfgeist brauchten sich die Davoser nie etwas vorzuwerfen. Sie taten und versuchten alles. Im letzten Spiel schossen sie am Ostersamstag im letzten Drittel noch 17 Mal auf das Lausanner Tor.