Zwischen Ehrung und Warnung
Andres Ambühl und Mathias Seger gehören zu den grössten Legenden im Schweizer Eishockey. Während Ambühl am Sonntag in die Hall of Fame aufgenommen wird, warnt der bereits geehrte Seger.
Andres Ambühl steht bekanntlich nicht gerne im Mittelpunkt. Nächsten Sonntag wird er das aber bei der Zeremonie für die Aufnahme in die Hall of Fame des Internationalen Eishockeyverbandes noch einmal sein. Die Aufnahme hat er sich unter anderem mit dem Rekord von 20 WM-Teilnahmen verdient. Freut er sich darauf? «Momol, es gehe ja nur eine Stunde», sagt Ambühl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In erster Linie freut sich der 42-Jährige aber auf die Partien, er ist für das ganze Finalwochenende eingeladen. Bislang war er nur am ersten Tag beim Schweizer Spiel gegen die USA vor Ort.
Es ist mit Ausnahme von 2018 die erste WM seit seinem Debüt 2004, an der Ambühl nicht auf dem Eis steht. Reizt es ihn nicht angesichts der tollen Atmosphäre? «Logisch wäre es cool mit dieser Stimmung, aber ich habe damit ziemlich abgeschlossen. Ich durfte Ähnliches in Bern (an der WM 2009) erleben, es ist schön, dass das nun die Jüngeren können.»
Ambühl bedauert Fischer-Aus
Während der Karriere sagte Ambühl, auf seine unglaublichen Rekorde angesprochen, stets, dass ihm vielleicht später bewusst werde, was er geleistet habe. Darauf angesprochen erklärt er: «Darüber mache ich mir auch heute nicht zu viele Gedanken. Ob ich nun 20 oder zwölf Weltmeisterschaften bestritten habe, das spielt keine Rolle. Gute Leute getroffen, coole Momente und Erinnerungen gesammelt zu haben, das ist am Ende das Wichtigste – auch wenn man logischerweise gewinnen möchte.»
Ein wichtiger Weggefährte von Ambühl war der langjährige Nationalcoach Patrick Fischer, der kurz vor der Heim-WM aufgrund der Affäre um sein gefälschtes Covid-Zertifikat entlassen wurde. Fischer war nicht nur Ambühls Trainer, sie spielten auch zusammen im Nationalteam. «Es hat mir für ihn extrem leid getan», so der dreifache WM-Silbermedaillengewinner und sechsfache Schweizer Meister. «Er hat einen grossen Anteil daran, dass die Schweiz nun dort steht, wo sie ist. Mich hat erstaunt, dass es noch eine solch grosse Welle gegeben hat. Es wäre in meinen Augen sehr hübsch gewesen, wenn er mit der Heim-WM hätte aufhören können.»