Zürcher Beizen sollen späte Spiele der Fussball-WM zeigen können
Das Zürcher Stadtparlament fordert die Übertragung von späten Spielen der Fussball-Weltmeisterschaft in den Boulevardcafés. Spiele, die bis 23 Uhr beginnen, sollen draussen gezeigt werden dürfen. Gleichzeitig scheiterte ein Vorstoss gegen Public Viewings auf öffentlichem Grund.
Noch ist Eishockey-Weltmeisterschaft (WM). Doch die Fussball-WM der Männer in den USA, Mexiko und Kanada beginnt schon in zwei Wochen. Grund genug für den Zürcher Gemeinderat, am Mittwoch gleich zwei Geschäfte zum Thema zu behandeln.
Beat Oberholzer (GLP) und Karin Weyermann (Mitte) forderten, dass Spiele während der KO-Phase auch gezeigt werden dürfen, wenn sie bis 23 Uhr beginnen. Auch soll für Spiele in Innenbereichen die Übertragung ohne Überzeitbewilligung erlaubt werden. Das soll den Gastronomen helfen, im Sommergeschäft den wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Ihren Vorstoss genehmigte der Rat mit 93 zu 22 Stimmen.
Alleine sind die Zürcher mit diesem Vorstoss nicht. Die Stadt Winterthur genehmigte vor einigen Wochen bereits die Übertragung der späten Spiele. Oberholzer fand denn auch: «Zeigen wir, dass wir nicht päpstlicher als Winterthur sind».
Stadtrat will umsetzen
Stadträtin Karin Rykart (Grüne) signalisierte bereits, die Übertragungen der Spiele an Wochenenden und mit Schweizer Beteiligung zu erlauben. Sie sprach von einem guten Kompromiss. Voten von Grünen und AL zur Einhaltung der Nachtruhe hatten keinen Erfolg. Anwohner könnten sich wehren, sagte Rykart. Martin Bürki (FDP) forderte, dass die Bewilligung kein Freibrief für nächtelange Partys sein solle.
Oberholzer und Weyermann schauten bereits weiter: 2027 findet die WM der Frauen in Brasilien statt. Auch dann dürften viele Partien aufgrund der Zeitverschiebung eher spät angesetzt sein. Der Stadtrat soll ebenfalls prüfen, ob die Beizen 2027 späte Spiele zeigen können.
Boykott verfehlt Ziel