Wunder in Laos: Goldsucher retten sich selbst aus Fluthöhle
Die Freude in Laos kennt keine Grenzen: Die vier verbliebenen Goldsucher, die seit rund zehn Tagen in einer überfluteten Höhle eingeschlossen waren, sind frei. Sie hätten es am Nachmittag (Ortszeit) aus eigener Kraft geschafft, den Ausgang zu erreichen, sagte der an der Rettungsmission beteiligte australische Höhlentaucher Josh Richards der Deutschen Presse-Agentur.
Damit sind nun alle fünf Goldsucher, die lebend in der Höhle in der abgelegenen Provinz Xaisomboun entdeckt worden waren, in Sicherheit. Ein erster Mann war bereits am Freitagabend geborgen worden. Die Gruppe war am Mittwoch von Rettungsteams in einer Kammer Hunderte Meter vom Eingang entdeckt worden.
Seither arbeiteten Spezialisten aus aller Welt an Plänen für die komplizierte Bergung durch extrem enge Tunnel und überflutete Passagen. Von zwei weiteren Männern, die sich an einem anderen Ort in der Höhle aufhielten, fehlt noch immer jede Spur.
«Ein Ende, das niemand kommen sah»
Auf einem Video, das der dpa vorlag, war zu sehen, wie die Männer nach und nach unter dem Jubel der Rettungskräfte aus dem Berg stiegen. Ein Reporter des US-Senders CNN sprach von einem «atemberaubenden Ausgang» des Dramas. «Ein Ende, das niemand kommen sah», jubelte er.
Wie genau es ihnen gelang, die schmalen, von scharfem Gestein geprägten Gänge zu passieren, war zunächst unklar. Videos der Retter hatten zuvor immer wieder gezeigt, wie Experten sich kriechend durch die Tunnel zwängten und nur zentimeterweise vorwärtskamen.
Wasserstand war gesunken
«Sie haben es ganz alleine gemacht – wir waren gerade Wasser am Abpumpen und vor der Höhle», sagte Richards. «Ich wollte gerade wieder in die Höhle hineingehen, als sie da plötzlich rauskamen.» Offenbar war der Wasserstand in der Höhle inzwischen so weit gesunken, dass die Goldsucher nicht mehr tauchen mussten. «Dann haben sie es einfach gewagt», sagte CNN-Reporter Will Ripley, der vor Ort ist.