UN-Bericht wirft Israels Sicherheitskräften sexuelle Gewalt vor
Ein Bericht der Vereinten Nationen erhebt schwere Anschuldigungen gegen israelischen Soldaten und andere Sicherheitskräfte und wirft ihnen sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor. Die Liste der Misshandlungen umfasse etwa «Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien», heisst es in dem noch unveröffentlichten Report des UN-Generalsekretärs António Guterres. Das israelische Aussenministerium sprach von «haltlosen Anschuldigungen» ohne faktische Grundlage.
Die Vereinten Nationen hätten 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt verifiziert, heisst es in dem Bericht. Betroffen gewesen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. «Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte.»
Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben.
Israel: falsche Symmetrie mit sexuellen Gräueltaten der Hamas
Das israelische Aussenministerium sprach von einer «beschämenden und absurden» Entscheidung, mit der versucht werde, «eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Gräueltaten der Hamas herzustellen». Augenzeugen des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 in Israel beschrieben unter anderem von Vergewaltigungen, auch aus Israel entführte Geiseln berichteten von sexualisierter Gewalt. Die UN stufte die Vorwürfe als glaubwürdig ein.
Israels Aussenministerium warf den UN nun zugleich «langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit» gegenüber Israel vor und beschuldigte Guterres, vertuscht zu haben, dass auch UN-Mitarbeiter an dem Terrorüberfall vor mehr als zweieinhalb Jahren in Israel beteiligt gewesen seien. UN-Angaben zufolge wurden deshalb neun Beschuldigte entlassen.