Trump ohne Entscheidung – Iran pocht auf eigene Interessen
Im Iran-Krieg und im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon geht das Ringen um eine Friedenslösung weiter.
Nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor eine «endgültige Entscheidung» zu den Verhandlungen mit Teheran angekündigt hatte, verliess er eine Lagebesprechung im Weissen Haus US-Medienberichten zufolge nach zwei Stunden ohne eine Entscheidung.
Derweil führten Militärdelegationen Israels und des Libanons im Pentagon «produktive» Gespräche, die kommende Woche auf politischer Ebene weitergeführt sollen, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, auf X mitteilte.
Seit Tagen laufen zwischen den USA und dem Iran intensive Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Der Iran warf Trump jedoch vor, zentrale Vereinbarungen des geplanten Abkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, der US-Präsident versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren.
Teheran bietet Trump die Stirn
Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass der Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgültige Einigung sei aber bislang nicht erzielt worden. Baghai erklärte demnach weiter: «Von dem Begriff ‹müssen› haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte.» Dieses «müssen» sollte als «wir bitten Sie» interpretiert werden, hiess es weiter.
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf zeigte sich trotz positiver Anzeichen für eine Verhandlungslösung misstrauisch. «Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Massgeblich sind allein die Taten», schrieb er auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet sei, fügte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange Zugeständnisse nicht durch Gespräche, «sondern durch Raketen».