Studie: KI-Nutzung wächst, bleibt aber ungleich verteilt
Künstliche Intelligenz ist in Schweizer Unternehmen laut einer UBS-Studie längst angekommen. Genutzt wird sie jedoch meist punktuell – vor allem für Datenanalysen und Automatisierung.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist bei Schweizer Unternehmen bereits weit verbreitet. Allerdings wird die Technologie meist selektiv und nicht systematisch genutzt. Zu diesem Schluss kommt die Grossbank UBS nach einer Umfrage unter rund 2500 Unternehmen in der Schweiz.
Das Gesamtbild deute auf eine pragmatische Nutzung hin, schreiben die Autoren der am Dienstag veröffentlichten Studie. Rund 60 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen demnach bereits KI ein, wobei sich deutliche Unterschiede je nach Unternehmensgrösse und Branche zeigen.
Besonders stark verbreitet sei die Nutzung in grossen Unternehmen sowie in digitalisierten Wissensbranchen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), bei Finanzdienstleistern und in der Pharmaindustrie. Deutlich zurück lägen dagegen Bau, Verkehr, Gesundheit, Handel sowie traditionelle Industriebranchen wie Holz, Papier und Textil.
KI hilft vor allem bei Datenanalyse
In der Praxis wird KI laut der Studie vor allem für vergleichsweise niederschwellige Anwendungen eingesetzt. Rund die Hälfte der Unternehmen nutzt sie zur Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung oder zur Verbesserung bestehender Produkte und Dienstleistungen.
Die Automatisierung von Geschäftsprozessen spiele insbesondere bei grösseren Firmen eine wichtige Rolle. Etwa ein Viertel der Unternehmen setzt KI zudem für Innovation und Produktentwicklung ein. Nur wenige Unternehmen hätten KI bereits zum Kern ihres Geschäftsmodells gemacht – eine Ausnahme bilde die IKT-Branche.
Als zentrales Ergebnis hebt die UBS die starke Abhängigkeit der KI-Nutzung vom Digitalisierungsgrad hervor. Unternehmen mit gut ausgebauter IT-Infrastruktur und strukturierten Daten – typischerweise grössere Firmen – könnten KI deutlich besser einsetzen und sähen auch mehr Nutzen darin. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügten dagegen oft nicht über diese Voraussetzungen und nutzten KI daher seltener und weniger umfassend.