Pilotprojekt zur Staubekämpfung trägt erste Früchte
von Anna Nüesch, Andrea Sabadi und Sarina von Weissenfluh
Sonntag für Sonntag sind Bündner Strassen wegen touristischem Verkehr verstopft. Besonders betroffen ist die Nationalstrasse A 28 mit Schiers, Grüsch, Jenaz und Landquart sowie die Gemeinde Zizers. Schiers sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als die Gemeinde entschied, selbst gegen den Ausweichverkehr im Dorf vorzugehen. Kurzerhand wurden Strassensperrungen eingeführt, um den Verkehr am Wochenende nicht im Dorf zu haben. In diesem Winter wurden an sechs Sonntagen Ausfahrten im vorderen Prättigau gesperrt. Es wurde getestet, ob damit der Ausweichverkehr in den Dörfern verhindert werden kann.
Gemeinsam mit dem Tiefbauamt Graubünden, dem Bundesamt für Strassen (Astra) und der Kantonspolizei haben die betroffenen Gemeinden ein Konzept erarbeitet, das auf unterschiedlichen Szenarien aufbaut. Jeweils am Donnerstag werden die Wetterlage, das touristische Aufkommen und Rückreiseverkehr analysiert und Massnahmen für das Wochenende festgelegt. Ebenfalls werden Leute über eine Sicherheitsfirma aufgeboten. Der Pilotversuch wurde nun ausgewertet und zeigt: Die Massnahmen wirken, die Anwohnerinnen und Anwohner sind jedoch gespaltener Meinung.
Positive Rückmeldungen
Die Gemeindepräsidenten von Schiers, Ueli Thöny, und Zizers, Daniel Freund, ziehen ein positives Fazit zum Pilotversuch. «Wir sind sehr froh, dass das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen und der Kantonspolizei die Arbeit übernommen hat. An diesen Wochenenden, an denen ich mir ein Bild gemacht habe, hat es super geklappt», führt Ueli Thöny gegenüber Radio Südostschweiz aus.
Daniel Freund aus Zizers hat an verkehrsbelasteten Wochenenden gleich selbst Zettel an Verkehrsteilnehmende verteilt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. «Viele haben gut reagiert und sind direkt wieder auf die Autobahn. Bei der Dorfbevölkerung kamen die Massnahmen ebenfalls gut an.» Freund ist sich aber bewusst, dass man es mit Massnahmen nie allen recht machen kann. Eine Herausforderung: Viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner müssen durch die Strassensperrungen Umwege in Kauf nehmen oder sind eingeschränkt in der Autonutzung.