Stallrettung mit Hindernissen
Oben am Soldatlibärg ist es geglückt, auch wenn nicht alles so lief wie erhofft. Einen ganzen Winter ohne Dach musste es überstehen, das 2018 frisch restaurierte Berggädemli, eines der typischen, aber heute ungenutzten und deshalb oft zerfallenden Avner Magerheu-Ställi. Der Verein Kulturlandschaft Platta hat es gerettet, als erstes und gleichzeitig letztes Bauprojekt, wie sich nun gezeigt hat. Dabei war der Verein 2017 mit grossen Hoffnungen gegründet, seine Aktivität ein Jahr später mit einer Buchvernissage öffentlich lanciert worden. Diesen August jedoch hat der Verein überraschend die Auflösung beschlossen. Das bestätigt Präsident Hans Gilomen. Damit ist ein Vorhaben nach kurzer Zeit am Ende, dessen Ziel es gewesen wäre, die vom Zerfall bedrohten Ställe und Kleinställe im Gebiet Platta bei Avers-Cresta in ihrer Substanz zu bewahren und als gesicherte Zeitzeugen den bäuerlichen Eigentümern zurückzugeben.
Baustopp nach Hin und Her
Fragt man beim Verein nach Gründen für die unerwartete Auflösung, ist der Tenor klar: Man sei von der Gemeinde und der Meliorationskommission viel eher behindert als unterstützt worden. Das sagen sowohl Gilomen als auch Jürg Stoffel, der als Autor eines Buchs über das Gebiet Platta die Basis für die Aktivitäten des Vereins gelegt hat. «Wie die Kommission und die Gemeinde Avers uns behandelt haben, ist nicht in Ordnung», findet Stoffel.
Gezeigt hat sich das dem Verein zufolge schon beim allerersten Restaurierungsprojekt am stark gefährdeten Gädemli am Soldatlibärg. Nach einem Hin und Her mit den beiden erwähnten Instanzen kam es letzten Herbst zu einem für den Verein überraschenden Baustopp; er hatte zur Folge, dass das Ställi über Winter ohne Dach bleiben musste. Erst im Frühling konnte die Eindeckung erfolgen, glücklicherweise ohne grössere Konsequenzen.
Wir haben dem Verein keine Steine in den Weg gelegt.»