Stadt Chur stellt tagsüber Verbesserungen der Drogenszene fest
In Chur hat vor rund zwei Monaten ein Konsumraum eröffnet. Die Stadtpolizei Chur stellt während der Öffnungszeiten im und rund um den Drogen-Hotspot Stadtgarten eine Beruhigung fest. Am Abend sei die Drogenszene aber weiter präsent.
Der Kommandant der Churer Stadtpolizei, Andrea Deflorin, erklärt gegenüber Keystone-SDA: «Wir stellen fest, dass sich die Personenansammlungen insgesamt reduziert haben und die Aufenthaltsdynamik weniger intensiv wahrgenommen wird als noch unmittelbar vor der Eröffnung des Konsumraums.» Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung fielen punktuell etwas positiver aus. Der Konsumraum werde weiterhin gut genutzt.
Ausserhalb der Öffnungszeiten der Kontakt- und Anlaufstelle sowie des Konsumraumes hielten sich allerdings weiterhin viele Suchtkranke im öffentlichen Raum – insbesondere im Stadtgarten – auf. «Insbesondere an warmen Abenden ist die Szene weiterhin deutlich sichtbar präsent.»
Wegweisungen in Einzelfällen
Die Stadtpolizei bleibe deshalb weiterhin präsent und führe «lageangepasste» Kontrollen durch. «Wir gehen konsequent gegen strafbare Handlungen vor», erklärte Deflorin. Wegweisungen oder ähnliche Massnahmen würden in Einzelfällen zum Einsatz kommen. Man wolle aber verhältnismässig vorgehen.
Der verantwortliche Churer Stadtrat, Patrik Degiacomi, hat klare Vorstellungen, wie sich die Situation weiter verbessern könnte: «Benötigt werden wegen der hohen Obdachlosigkeit bessere Angebote im Bereich Wohnen, ein Drug-Checking sowie langfristig die Möglichkeit zur kontrollierten Kokainabgabe an schwerstabhängige Personen wie in Genf.»
Unter Drug-Checking versteht man die Analyse von illegalen Substanzen, um zu ermitteln, was die genauen Inhaltsstoffe davon sind. Dies mit dem Ziel, Überdosierungen und Gesundheitsschädigungen zu vermeiden. SP-Grossrätin Xenia Bischof stellte im April dazu Fragen im Bündner Parlament. Regierungsrat Marcus Caduff führte aus, dass die Überlebenshilfe Graubünden, die auch den Konsumraum verantwortet, aktuell Schulungen dazu durchführe. «Dies mit dem Ziel, das Drug-Checking anbieten zu können.» Es sei vorerst eine Testphase geplant.