St. Gallen ist zum zweiten Mal Cupsieger
St. Gallen gewinnt den 101. Final im Schweizer Cup gegen das unterklassige Stade Lausanne-Ouchy nach hartem Kampf letztlich klar 3:0. Für die Ostschweizer ist es der zweite Cupsieg.
26 lange Jahre mussten sich die St. Galler Fans gedulden, ehe sie nach dem Meistertitel im Jahr 2000 endlich wieder einen Titelgewinn feiern konnten. Entsprechend überschwänglich fiel der Jubel auf den mit 30'671 Zuschauern ausverkauften Rängen des Wankdorfstadions aus.
Dabei hing der St. Galler Sieg in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich am seidenen Faden. Dass es nach der frühen Führung durch Tom Gaal (8.) noch einmal spannend wurde, lag an Lukas Watkowiak. Der St. Galler Cup-Goalie leistete sich unmittelbar vor der Pause einen folgenschweren Fauxpas. Nach einem Rückpass liess er sich zu viel Zeit mit dem Abspiel und schoss den heraneilenden Vasco Tritten ab. Watkowiak konnte den Waadtländer nur mittels Notbremse am Torerfolg hindern und wurde von Schiedsrichter Luca Cibelli folgerichtig des Feldes verwiesen.
Nur ein kurzes Aufbäumen des Aussenseiters
Mit einem Mann mehr agierte der Aussenseiter zunächst druckvoller und kam einem Torferfolg in Person von Bastien Conus sehr nahe. Doch die Unzulänglichkeiten in der Defensive konnten die Waadtländer auch in Überzahl nicht abstreifen. Nachdem sie Gaal nach einem Freistoss völlig frei hatten stehen lassen und der Deutsche zum verdienten 1:0 für den Favoriten traf, brachte sich der Unterklassige nach rund einer Stunde abermals selber in Bedrängnis. Breston Malula traf Aliou Baldé bei einem Klärungsversuch am Fuss. Nach Ansicht der Videobilder entschied Cibelli schliesslich auf Penalty für St. Gallen, den Captain Lukas Görtler sicher zum 2:0 verwandelte. Es sollte die Vorentscheidung sein. Den Schlusspunkt setzte Joker Christian Witzig, der in der Nachspielzeit mit seiner ersten Ballberührung sehenswert zum Endstand traf.
Der Sieg der St. Galler geht in Ordnung. Sie waren dem Unterklassigen in Unterzahl in allen Belangen überlegen, griffiger, zweikampfstärker und zielstrebiger. In Unterzahl liess das Team von Enrico Maassen nur wenig zu. Neben Conus hatte Landry Nomel die besten Torchancen für den Aussenseiter. Doch der Flügelstürmer agierte bei seinen Möglichkeiten zu überhastet. Einziges Manko bei St. Gallen war die Chancenverwertung. Alessandro Vogt vergab das 2:0 in seinem letzten Spiel für die Ostschweizer ebenso leichtfertig wie Gaal und Baldé, der gleich zwei Geschenke der Waadtländer ausschlug.