Markus Stadelmann: «In Glarus ist es egal, ob man sich zwei Tage oder 15 Jahre nicht gesehen hat»
von Silvia Gisler
Wenn der 41-jährige Glarner Markus Stadelmann nicht bei Radio Zürisee am Mikrofon steht oder seine Stimme einer Werbekampagne leiht, ist er Sänger beim Männerchor Heimweh. Dieser veröffentlicht heute sein neues Album. Im Interview erklärt Stadelmann, der heute in Reichenburg lebt, was es für ihn bedeutet, ins Glarnerland zurückzukehren.
Markus Stadelmann, womit macht man Ihnen am einfachsten eine Freude?
Mit einem feinen «Mandel-Beggeli» und einem heissen Kaffee. Er zwingt dich zu Gemütlichkeit, denn man kann ihn nicht gestresst trinken, sonst verbrennt man sich.
Das neue Album von Heimweh heisst ja «Freud am Läbe». Hatten Sie diese schon mal verloren?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich bin sehr behütet aufgewachsen, habe eine tolle Familie und viel Schwein gehabt, dass ich in meinem Leben oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort, mit den richtigen Menschen gewesen bin. Dadurch habe ich schon sehr viele schöne Sachen erleben dürfen.
Welcher Titel daraus widerspiegelt für Sie Lebensfreude am meisten?
Eigentlich alle. Aber als Glarner geht es mir ähnlich wie unserem Muotataler Bernhard Betschart. Entsprechend steht für mich das Lied «Muotathal», das unter anderem davon handelt, dass man weggeht, aber immer wieder gerne zurückkommt, am meisten für Lebensfreude. Denn egal ob man sich zwei Tage oder 15 Jahre nicht gesehen hat. Hier, in solchen Bergtälern, knüpft man sofort wieder an, wo man zuletzt aufgehört hat. Man darf weggehen, ist aber jederzeit wieder willkommen.