Simon Ehammer schlägt alle ausser Franjo von Allmen
Simon Ehammer liefert die Saison seines Lebens. Doch bei der Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres 2026 wird ihm einer vor der Sonne stehen, wie er selber prognostiziert: Franjo von Allmen.
Simon Ehammer ist um kecke Sprüche nie verlegen. So witzelte er unlängst an der Medienkonferenz von Swiss Athletics, bei der er gemeinsam mit Rollstuhlsportler Marcel Hug auftrat: «Es scheint, als würden sich Marcel Hug und Catherine Debrunner bei der Wahl zum Parasportler des Jahres jeweils bewusst abwechseln. Es wäre schön, wenn Odi und ich das auch so machen würden!»
Der Skistar Odermatt und Ehammer kennen sich gut, sie haben den gleichen Sportmanager und teilen gemeinsame Sponsoren. Aber Odermatt wurde zuletzt fünfmal Schweizer Sportler des Jahres.
Ehammer hat in diesem Jahr bislang alles gewonnen, was ein Schweizer Leichtathlet gewinnen kann: Hallen-WM-Gold, Weltrekord im Siebenkampf, Weltklasse-Marken von 8,51 m im Weitsprung und 8778 Zähler im Zehnkampf samt dem historischen Sieg beim Mehrkampf-Meeting am vergangenen Wochenende in Götzis. Und die Europameisterschaften in Birmingham mit möglicher Goldmedaille folgen noch.
Und doch liefert der 26-jährige Appenzeller die Begründung gleich selber, weshalb er bei den Schweizer Sports Awards am Ende nur die Nummer 2 sein wird. «Gegen Odi würde es reichen. Aber nicht gegen einen, der drei olympische Goldmedaillen gewonnen hat.» An Franjo von Allmen sieht der Leichtathlet trotz seiner Popularität kein Vorbeikommen. Selbst weitere Grosstaten werden seiner Ansicht nach die Kräfteverhältnisse nicht mehr verändern. Gegen diese Strahlkraft hat er keine Chance. Sandgrube oder Bahn sind 2026 gegen Schneepisten machtlos.
Lieber Götzis als Gold
Der Triumph im Vorarlberger Mehrkampf-Mekka besitzt für Ehammer einen besonderen Stellenwert. Er lässt sich mit dem Sieg in der Abfahrt von Kitzbühel oder einem Tennis-Coup in Wimbledon vergleichen. Schon vor dem Wettkampf hatte er erklärt, ein Sieg in Götzis bedeute ihm sogar mehr als ein EM-Titel. Für Zehnkämpfer besitzt die Veranstaltung seit Jahrzehnten Kultstatus. Wer sich dort in die Siegerliste einträgt, reiht sich in eine Galerie der grössten Namen des Mehrkampfsports ein.