Selenskyj bietet Putin Treffen an – Kreml pocht auf Donbass
Angesichts stockender Vermittlungsbemühungen der USA bietet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche an. Er schlage ein persönliches Treffen in einem Drittstaat vor, um «Schlüsselfragen» zu klären.
Das ging aus einem vom Präsidentenbüro in Kiew veröffentlichten Schreiben hervor. Zunächst erneuerte der Kreml nur sein – von Selenskyj schon mehrfach abgelehntes – Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden.
Das Thema des Briefs werde höchstwahrscheinlich bei der von Putin geführten Plenarsitzung auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum vorkommen, kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow an.
Die deutsche Regierung als einer der Hauptunterstützer der Ukraine begrüsste Selenskyjs Angebot. «Wir teilen zudem die Ansicht von Präsident Selenskyj, dass an Gesprächen mit Russland auch Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten beteiligt werden sollen», sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille.
Putin gibt sich siegesgewiss
Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg gab sich Putin siegesgewiss. Probleme habe vor allem die ukrainische Gegenseite, sagte er in einer Pressekonferenz für ausländische Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur.
Von seiner Rede vor grossem Publikum erwarten viele Russen jedoch, dass Putin Lösungen aufzeigt für die aufgestauten Probleme im eigenen Land. Bei der Veranstaltung beantwortet er traditionell Fragen, die sich auch um den Ukraine-Krieg drehen dürften. Im fünften Kriegsjahr sieht sich Russland mit einem Wachstumseinbruch und andauernden westlichen Sanktionen konfrontiert. Dennoch will der Kreml auf dem Forum ökonomische Stärke demonstrieren.
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