Satellit «Smile» hebt bald mit Schweizer Technik ab
Die Weltraummission «Smile» steht in den Startlöchern: Am 19. Mai um 05.52 Uhr Schweizer Zeit wird der «Smile»-Satellit an Bord einer Rakete ins All befördert, um Sonnenstürme zu erforschen. Mit an Bord ist auch Technologie aus der Schweiz.
Für die beteiligten Forschenden ist der Start ein besonderer Moment – und zugleich nervenaufreibend. «Ich würde beim Start am liebsten in den Keller gehen und warten, bis alles vorüber ist», sagte André Csillaghy von der FHNW im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Unter seiner Leitung entwickelte ein Schweizer Konsortium Software für die Mission sowie einen entscheidenden Bestandteil der Hardware, ohne den das Teleskop nicht funktionieren würde. «So ein Start ist ein grandioser Moment – aber die Gedanken gehen zu diesen ganz delikaten Teilen, die man selbst entwickelt und gebaut hat und die dann auf der Rakete sind, während alles vibriert.»
Vor acht Jahren haben Csillaghy und sein Team von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), und der Schweizer Unternehmen KOEGL Space und Space Acoustics mit der Arbeit an der Mission angefangen.
Zunächst war der Start für den 9. April vorgesehen. Aufgrund eines technischen Problems wurde er verschoben.
Weltraumwetter verstehen
«Smile» («Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer») ist ein Projekt der europäischen und chinesischen Weltraumorganisationen. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen – und vielleicht sogar vorherzusagen.
Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt, bei denen geladene Teilchen aus der Sonne geschleudert werden. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 2 Millionen Kilometern pro Stunde werden die Teilchen in Richtung Erde geschleudert. Dort treffen sie auf einen unsichtbares Schutzschild: Die Magnetosphäre. Sie lenkt die Teilchen ab.