Rodriguez und Widmer plötzlich nicht mehr gesetzt
In der WM-Qualifikation waren Silvan Widmer und Ricardo Rodriguez stets gesetzt, in den beiden letzten Tests aber nur Ersatz. Trainer Murat Yakin über die Rollen der beiden Aussenverteidiger.
Widmer auf der rechten, Rodriguez auf der linken Abwehrseite: Dieses Bild prägte die WM-Qualifikation der Schweizer Nationalmannschaft. Nun sassen die beiden erfahrenen Defensivspieler bereits zum zweiten Mal in Folge zumindest zu Beginn auf der Bank.
Hintergrund ist die Umstellung von der Vierer- auf die Dreierkette in der Verteidigung. Während Denis Zakaria, Manuel Akanji und Nico Elvedi das Zentrum bilden, setzte Yakin auf den Aussenbahnen zuletzt auf offensiver ausgerichtete Akteure.
Diese Entwicklung lässt aufhorchen. Vor allem Rodriguez, der an je drei Welt- und Europameisterschaften in jedem Spiel in der Startelf stand und lediglich einmal ausgewechselt wurde, könnte am kommenden Turnier plötzlich eine kleinere Rolle einnehmen.
Auf diese Situation angesprochen, relativierte Yakin nach dem Spiel: «Wir wissen genau, was wir an Ricci haben. Heute war es mir wichtig, andere Optionen zu sehen.» Es sei gut möglich, dass sowohl Rodriguez als auch Widmer im nächsten Testspiel gegen Australien am 6. Juni wieder von Anfang an auflaufen würden.
Gleichzeitig betonte der Nationaltrainer, dass er mehrere Spieler als Kandidaten für die Startaufstellung sehe. Je nach Gegner und aktueller Form könne er Anpassungen vornehmen. Auf die Frage, ob ihm derzeit die qualitativ breiteste Mannschaft seit seinem Amtsantritt 2021 zur Verfügung stehe, antwortete der 51-Jährige: «Das kann man so sehen.»
Jedenfalls haben Michel Aebischer und Dan Ndoye mit ihren Leistungen gegen Jordanien Argumente für weitere Einsätze gesammelt. Aebischer, eigentlich im zentralen Mittelfeld zuhause, bereitete das 2:0 von Ndoye mit einem präzisen Pass vor. Dabei zog er von der Aussenbahn ins Zentrum – genau so, wie es Yakin von ihm verlangt. «Durch seine Laufwege schafft er Räume für seine Mitspieler», erklärte der Nationaltrainer. Gerade gegen tief stehende Gegner sei diese Flexibilität ein grosser Vorteil.