RhB fährt ein Rekordjahr ein, ist aber weniger pünktlich
Das Geschäftsjahr der Rhätischen Bahn (RhB) sticht vor allem mit der enormen Zunahme des Jahresgewinns heraus. Ebenfalls ist das Jahr gezeichnet von mehr Investitionen und weniger Pünktlichkeit. Alles in allem war es aber ein erfolgreiches Jahr für das Bündner Unternehmen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Die RhB-Zahlen 2019 im Überblick:
- Jahresgewinn: 5,4 Millionen Franken (Vorjahr 1,7 Millionen Franken)
- Nettoerlös Personenverkehr: 99 Millionen Franken, Wachstum um 4,8 Prozent (ohne Glacier Express)
- Nettoerlös Güterverkehr: 12,5 Millionen Franken
- Fahrzeugtransporte Vereina: 529'000 Fahrzeuge
- Personenkilometer: 377 Millionen (Vorjahr: 358 Millionen)
- Investitionen: 339 Millionen Franken (Vorjahr: 272 Millionen Franken)
- Davon: 256 Millionen Franken in Infrastruktur; 84 Millionen Franken für Verkehr (Personen-, Güterverkehr, Autoverlad) und Nebengeschäft
- Pünktlichkeit: gesunken von 90,9 auf 88,6 Prozent
Lässt man die Zahlen aussen vor und betrachtet andere Bereiche, so hat die RhB in 2019 einiges erlebt. Hier ein Jahresrückblick der etwas anderen Art:
Gleich zu Beginn des Jahres sorgten waghalsige Bilder für Schlagzeilen:
Wenn Fotos das eigene Leben gefährden
Die Rhätische Bahn ist sichtlich beliebt. Mehrere Umfragen zeigten die Zufriedenheit der Fahrgäste:
RhB kommt bei den Fahrgästen gut an
Das Wappentier Graubündens durfte einmal mehr mit seinem Namen herhalten:
So sieht der «Steinbock» der RhB aus
Natürlich durften auch einige Feierlichkeiten nicht fehlen. In Bergün feierten Bahnbegeisterte gleich mehrere Tage lang:
Drei Tage ganz im Zeichen der «Kleinen Roten»
Und in Poschiavo wurde der neue alte Bahnhof eingeweiht:
Die RhB feierte die Neueröffnung des Bahnhofs Poschiavo
Nicht nur Neues gab Grund zum Feiern, denn der Vereinatunnel feierte sein Jubiläum:
20 Jahre Vereina – preisverdächtig (im doppelten Sinne)
Man würde also meinen, nichts und niemand stoppte den Erfolg der RhB. Doch der Schnee stellte die «Kleine Rote» immer wieder vor Herausforderungen:
Wenn der Schnee die RhB zum Stillstand bringt
Und wie sieht das Jahr 2020 aus?
Wenn ein Jahr zu Ende ist, stehen auch immer ein neues Jahr und neue Möglichkeiten an. Doch bisher war das aktuelle Jahr vom Coronavirus gezeichnet. Seit Mitte März hat die Krise auch die RhB voll erfasst. Das Fahrplanangebot wurde darum reduziert. Wie sich diese Einschränkungen auf die Finanzen auswirken, sei zurzeit noch unklar, heisst es in der Mitteilung. Eine zusätzliche, grössere Unterstützung seitens Bund und Kanton werde jedoch nötig sein.
Laut den Verantwortlichen werden die Fahrplan-Einschränkungen bald schrittweise gelockert. Ab 1. Mai verkehrt der Autoverlad Vereina wieder im Halbstundentakt. Ebenfalls im Mai wird entschieden, wann das Sommerangebot starten kann. Dazu zählen die Panoramazüge Glacier Express und Bernina Express, die historischen Fahrten zwischen Davos und Filisur sowie Gruppen-, Erlebnis- und Charterfahrten. Bis dahin sei es aber vor allem wichtig, dass auf allen Ebenen Aufmerksamkeit geboten werde. «Von der Führung und den Mitarbeitenden der RhB wird derzeit viel verlangt – und auch geleistet», so die Worte in der Medienmitteilung. (paa)