Ofen im Krematorium muss saniert werden
Was bleibt nach dem Tod? Aus spiritueller Sicht eine sehr grosse Frage. Doch weltlich gesehen sind es bei fast 90 Prozent der Verstorbenen nur ein bisschen Asche. Kremieren ist mit Abstand die beliebteste Bestattungsmethode in der Schweiz. Tendenz steigend. In der Schweiz stehen rund 30 Krematorien mit insgesamt über 55 Öfen zur Verfügung. Einer der Öfen befindet sich in Davos. Doch wirtschaftlich ist dieser nicht. «Das Krematorium schreibt jährlich ein Defizit, das stimmt. Doch ist es sehr wichtig für die Menschen der Stadt und der Umgebung», erklärt Robert Walter, Betriebsleiter des Krematoriums Davos.
Dies zeigte sich auch in der Abstimmung vom Jahr 2013. Über 84 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten damals dem Einbau einer Rauchgasreinigungsanlage zu. 1.85 Millionen Franken kostete diese.
Und schon damals hiess es im Abstimmungstext: «Das Amt für Natur und Umwelt Graubünden hat die Fraktionsgemeinde aufgefordert, das Krematorium Davos auf einen gesetzeskonformen Stand zu bringen, sodass alle Emissionsbegrenzungen eingehalten werden können. Gemäss dem Fraktionsgemeinderat ist die Weiterführung des Krematoriums für Davos wertvoll und somit von allgemeinem Interesse. Überdies wird die Zahl der Feuerbestattungen in Zukunft weiter zunehmen.»
Sanierungen unvermeidbar, um den Betrieb weiter zu gewährleisten
Die grosse Zustimmung bei der Abstimmung zeige sehr gut auf, wie wichtig das Krematorium für die Bevölkerung sei, meint Walter. Doch brauche es auch immer wieder Sanierungsarbeiten im und um den Ofen. Nun wird Mitte November die Ausmauerung der Brennkammer für circa 175 000 Franken erneuert. Dies, weil sich die Steine in der Brennkammer aufgrund der grossen Hitze über die Jahre abnutzen. Der Betriebsleiter erklärt: «Eigentlich muss diese Arbeit alle 10 Jahre, oder alle 10 000 Kremationen, in Angriff genommen werden. Da wir aber sehr rücksichtsvoll und gewissenhaft mit unseren Geräten umgehen, konnten wir die Sanierung der Ausmauerung lange hinauszögern.» So wurde diese zuletzt vor über 20 Jahren gemacht. Man sei sich bewusst, dass das Krematorium nicht wirtschaftlich sei. «Aus diesem Grund optimieren wir die Prozesse laufend und versuchen den Betrieb so kostensparend, sprich effizient wie möglich zu gestalten.»