«Niemand wird das je vergessen»: Blatten erinnert an den Bergsturz
Ein Jahr nach dem Bergsturz von Blatten findet am Donnerstagnachmittag in der Oberwalliser Gemeinde eine Gedenkfeier statt. Erwartet werden rund 500 Gäste, darunter Bundesrätin Karin Keller-Sutter sowie Bewohnerinnen und Bewohner des zerstörten Dorfes.
An einer Medienkonferenz vor der Zeremonie zeigten sich die Mitglieder der Walliser Regierung «bewegt», ein Jahr nach einem Ereignis nach Blatten zurückzukehren, «das niemand je vergessen wird». Christophe Darbellay (Mitte), Stéphane Ganzer (FDP), Franziska Biner (Mitte) und Franz Ruppen (SVP) betonten abwechselnd den Willen, «ein neues Blatten» aufzubauen und den Einwohnerinnen und Einwohnern «eine Zukunft» zu geben.
Die vier Staatsräte – ihr Kollege Mathias Reynard (SP) war wegen einer interkantonalen Konferenz abwesend – erinnerten zudem daran, was in den vergangenen zwölf Monaten erreicht worden sei und welche Aufgaben noch bevorstünden. Dabei nannten sie insbesondere Fragen der finanziellen Unterstützung, des Tourismus, der Landwirtschaft, der Mobilität sowie der Sicherheit vor Ort.
Auch der Walliser Ständerat Beat Rieder (Mitte) erklärte, der Wiederaufbau von Blatten sei «keine Illusion». Zugleich unterstrich er die Bedeutung eines «proaktiven Risikomanagements» in Blatten und in anderen Bergregionen der Schweiz. Zudem appellierte der Politiker daran, «Blatten nicht zu vergessen» – auch dank der Berichterstattung der Medien.
Widerstandskraft und Solidarität
Der Gemeindepräsident von Blatten, Matthias Bellwald, sprach seinerseits von dem «Schmerz», den die Zerstörung des Dorfes und der Tod eines Menschen ausgelöst hätten. Ein «Paradies auf Erden» habe sich innert kürzester Zeit in «apokalyptische Szenen» verwandelt. Gleichzeitig würdigte er die «Widerstandskraft» der Bevölkerung und die «Solidarität» all jener Menschen und Organisationen, die sich am Wiederaufbau beteiligen.
Im Anschluss an die Medienkonferenz sollte die Gedenkfeier in einem Zelt nahe des Sees stattfinden, der sich nach dem Einsturz des Birch-Gletschers gebildet hatte. Die Zeremonie dauert rund eine Stunde.