Neun Personen wollen in fünfköpfige Bündner Regierung
Die heisse Phase des Regierungswahlkampfs in Graubünden ist eingeläutet. Am 14. Juni wird im Bergkanton die fünfköpfige Exekutive neu gewählt. Neun Kandidierende stellen sich zur Wahl – vier Bisherige und fünf Neue.
Nur einmal in diesem Jahrhundert hatten die Bündnerinnen und Bündner mehr Auswahl – 2010 versuchten zehn Personen ihr Glück. Definitiv neu besetzt wird dabei der Sitz von Mitte-Politiker Jon Domenic Parolini. Dieser muss aufgrund der Amtszeitbeschränkung seinen Sitz per Ende Jahr abgeben.
Doch mit welchen Themen wollen die neun Kandidierenden die Bündnerinnen und Bündner von sich überzeugen? Keystone-SDA hat nachgefragt.
Reto Bott (parteilos, neu)
Er ist der jüngste Bewerber im Teilnehmerfeld. Der 23-Jährige gibt an, dass er sich für eine Kandidatur entschieden hat, «weil ich das Gefühl habe, dass sich viele Menschen von der Politik immer weiter entfernen». Er sagt: «Politik sollte verständlicher, direkter und wieder näher bei den Menschen sein.» Im Wahlkampf setzt er sich deshalb für eine stärkere Einbindung der Bevölkerung und mehr Nähe zwischen Politik und den Menschen ein. Ausserdem möchte er den Gemeinden und Regionen mehr Verantwortung und Kompetenzen übertragen und die kulturelle und sprachliche Vielfalt Graubündens erhalten.
Martin Bühler (FDP, bisher)
Der 49-Jährige ist seit dem 1. Januar 2023 der Vorsteher des Departements für Finanzen und Gemeinden. Er möchte sich auch in der kommenden Legislatur weiter für «eine stabile und nachhaltige Finanzpolitik» einsetzen. Er wolle ausserdem die digitale Transformation weiter vorantreiben – konkret mit digitalen Dienstleistungen und einfacheren Prozessen für Bevölkerung, Unternehmen und Gemeinden. Der amtierende Regierungspräsident möchte ausserdem die Umsetzung der HR-Strategie weiterführen, «damit der Kanton Graubünden auch künftig ein attraktiver Arbeitgeber bleibt».
Marcus Caduff (Mitte, bisher)