Nationaltrainer Murat Yakin erklärt sein WM-Aufgebot
Nationaltrainer Murat Yakin erläutert seine Überlegungen hinter dem WM-Aufgebot. Wichtig ist ihm, erfahrene und flexibel einsetzbare Spieler mitzunehmen, die ihre Rolle im Team kennen.
Murat Yakin über die überraschende Nicht-Nomination von Alvyn Sanches:
«Alvyn hat grosses Potenzial. Aber wir haben auf seiner Position Spieler, die noch ein Stück weiter sind als er. Ich denke an Johan Manzambi, der bei Freiburg und im Nationalteam gezeigt hat, was er kann, oder an Zeki Amdouni, der nach seiner Verletzung zurückgekehrt ist und die Mannschaft bereits länger kennt. Ich habe meine Überlegungen Alvyn persönlich mitgeteilt – und das war auch für uns keine einfache Entscheidung.»
...über die Gefahr eines Nationenwechsels bei Sanches:
«Es wäre falsch, eine WM dazu zu nutzen, einen Spieler an sich zu binden. Wir stehen mit Alvyn im Austausch. Er hat uns signalisiert, dass er für die Schweiz spielen möchte, und wir haben ihm bereits mehrfach unser Vertrauen ausgesprochen. Ausserdem haben wir auch über die Nations League im Herbst gesprochen, in der wir wieder vermehrt junge Spieler integrieren wollen. Für die WM habe ich jedoch eher Spieler aufgeboten, die das Turnier, die Abläufe und ihre Rolle bereits genau kennen. Er war enttäuscht, hat die Entscheidung aber sportlich aufgenommen und akzeptiert.»
...über den Fitnessstand von Zeki Amdouni:
«Er ist seit gut zwei Monaten wieder im Teamtraining. Medizinisch gesehen ist er zu 100 Prozent fit, bezüglich Spielpraxis natürlich noch nicht. Zuletzt hatte er drei Teileinsätze. Aber Zeki weiss genau, wie wir spielen, kennt die Systeme, die Abläufe und seine Rolle. Ich weiss, dass ich ihn flexibel einsetzen kann, und bin sehr froh, dass er rechtzeitig fit geworden ist.»
...über die Nicht-Nomination von Vincent Sierro:
«Ich halte enorm viel von ihm. Dass er nicht dabei ist, hat nichts damit zu tun, dass er in Saudi-Arabien spielt. Wir wissen, dass er äusserst professionell arbeitet und in jedem Training sowie in jedem Spiel top vorbereitet ist. Aber auf seiner Position ist die Konkurrenz gross mit dem eingespielten Duo Xhaka/Freuler sowie Jashari, Zakaria, Sow und Aebischer. Das sind alles Spieler aus den europäischen Top-5-Ligen. Deshalb hat es für ihn nicht gereicht.»