Mordanschläge auf Juden geplant? Zwei Männer angeklagt
In Deutschland ist Anklage gegen einen Mann erhoben worden, der im Auftrag des Irans Juden für Mord- und Brandanschläge in Deutschland ausgespäht haben soll.
Darunter waren den Angaben nach der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sowie der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft dem Dänen mit afghanischen Wurzeln geheimdienstliche Agententätigkeit vor.
Mitangeklagt ist zudem ein mutmasslicher Komplize des verdächtigten Spions, der ihm seine Unterstützung für eine mögliche Anschlagsvorbereitung zugesagt haben soll. Der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg muss nun entscheiden, ob er die Anklage gegen die beiden Männer zulässt und wann es gegebenenfalls zum Prozess kommt.
Festnahme in Dänemark
Dänische Polizeibeamte hatten den damals 53 Jahre alten Hauptbeschuldigten am 26. Juni 2025 in der zweitgrössten dänischen Stadt Aarhus festgenommen. Wenige Wochen später wurde er nach Deutschland überstellt und in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Seitdem sitzt er in deutscher Untersuchungshaft.
Anfang 2025 soll der mutmassliche Spion den Auftrag erhalten haben, Informationen über Schuster und Beck einzuholen. «Zudem sollte er zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausspähen», so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Auftragsgemäss habe der Däne im Frühjahr 2025 in Berlin diverse Orte ausgekundschaftet.
Beck fordert Konsequenzen
Den Auftrag sollen ihm nach früheren Informationen die sogenannten Al-Kuds-Brigaden erteilt haben – die Auslandseinheit der einflussreichen Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht. Zu ihren Aufgaben gehören verdeckte Geheimdienstoperationen im Ausland.
Volker Beck forderte, der Vorgang dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben: «Jüdisches Leben und der Einsatz für den jüdischen und demokratischen Staat werden vom Regime der Islamischen Republik Iran auf deutschem Boden mit Ermordung bedroht und angegriffen – immer wieder.» Unter anderem fordert die Deutsch-Israelische Gesellschaft, dass Berlin den iranischen Botschafter ausweisen soll. Zudem sollten weitere iranische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und sie aufgefordert werden, Deutschland zu verlassen.