WEF-Bauten «im Rahmen der Vorjahre»
Im Winter gilt in Davos eine Bausperre. Wer ein Bauprojekt hat, muss vor Weihnachten mit dem Rohbau, dem Dach und den Fenstern fertig sein, denn anschliessend ist nur noch Innenausbau möglich. Für Temporärbauten gilt diese Regel nicht, schliesslich sollen solche Bauten für Veranstaltungen ganzjährig möglich sein. Beim Spengler Cup oder beim Davos Nordic Weltcup beispielsweise sind Temporärbauten nötig, diese fallen aber aufgrund ihrer wesentlich geringeren Zahl optisch und mit verkehrlichen und akustischen Beeinträchtigungen nicht annähernd so stark ins Gewicht wie Temporärbauten und Ladenumbauten zum Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF).
Die Gemeinde Davos hat die bauliche Tätigkeit wegen der WEF-Jahrestreffen in den letzten Jahren stark reglementiert. Sie überwacht die Umsetzung und stellt bei fehlbarem Verhalten hohe Bussen aus. Bauzeiten und Verkehrsregelung werden bei den Baustellen akribisch kontrolliert. Mit diesen Massnahmen ist ein fliessender Durchgangsverkehr trotz vielerlei Bauarbeiten sichergestellt. Dennoch nahm in der optischen Wahrnehmung der Baustellen-Charakter der Promenade aus drei Gründen zu: 1) Es wurden vermehrt Kräne zum Erstellen der Temporärbauten aufgestellt – teils aufgrund massiverer Bauweise, teils wegen Vorschriften zur Wärmedämmung, teils wegen voluminöserer Bauten. 2) An der Promenade entstanden im Vergleich zu den Vorjahren zwei neue, grössere und auffällige Temporärbauten (DP World, Emirates). 3) Es werden vermehrt grossformatige Werbeplakate an Fassaden aufgehängt. Handkehrum wurden im Zentrum von Davos aber auch bisherige, von früheren WEF-Jahrestreffen bekannte Temporärbauten nicht mehr errichtet, und auch das WEF-Registrationszelt auf dem Parsenn-Parkplatz fiel weg.
Insgesamt nimmt die Anzahl bewilligter und umgesetzter Projekte für Temporärbauten, Ladenumnutzungen und Werbemassnahmen nicht zu. Im Januar 2023 wurden total 135 derartige Projekte realisiert, im Mai 2022 wurden 117 Projekte umgesetzt und im Januar 2020 waren es rund 135 Projekte. Zahlreiche Temporärbauten werden jährlich von lokalen Firmen mit bereits bestehenden Modulen erstellt, welche grösstenteils in Davos und im Raum Mittelbünden bis zum nächsten WEF-Jahrestreffen eingelagert werden.