Matthias Hüppi gewinnt den Machtkampf in St. Gallen
Matthias Hüppi bleibt Präsident des FC St. Gallen. Er geht als Sieger aus dem Machtkampf zwischen dem Verwaltungsrat und dem Aktionariat hervor. Vier Grossaktionäre treten ihre Anteile am Klub ab.
Am Sonntag noch im Mittelpunkt des Geschehens, kam der Sandoz-Trophäe am Mittwoch nur noch eine Nebenrolle zu – buchstäblich. Der knapp sieben Kilogramm schwere Pokal, den der FC St. Gallen für den Sieg im Cupfinal gegen Stade Lausanne-Ouchy in Empfang nehmen durfte, war bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz des Klubs zwar präsent. Statt um den grössten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte drehte sich aber alles um die offene Machtfrage.
Verwaltungsrat bleibt bestehen...
«Es geht um Unabhängigkeit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit», sagte Präsident Matthias Hüppi, bevor er das verkündete, auf was alle gewartet hatten: Er bleibe Präsident und seine Kollegen hätten ihren Rücktritt widerrufen.
Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Benedikt Würth hatten ursprünglich ihren Austritt aus dem Verwaltungsrat per Ende Juni beschlossen, nachdem Würth und Gründler Mitte März vom Aktionariat mitgeteilt worden war, im Gremium nicht mehr erwünscht zu sein. Auch Hüppi, der dem Verwaltungsrat seit 2018 als Präsident vorsteht, zog einen Rücktritt in Erwägung. Wieso das Aktionariat trotz sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Stabilität einen Wechsel anstrebte, blieb bis zuletzt offen.
In Urs Baumer, Marwin Hitz, Stefan Kölliker und Martina Wüthrich standen vier neue Verwaltungsräte bereit, die gemeinsam mit dem bereits im Gremium Einsitz nehmenden Patrick Thoma künftig die Geschicke hätten leiten sollen, wobei Kölliker die Nachfolge von Hüppi als Präsident angetreten hätte.
...mit einer Ausnahme
Nun die Kehrtwende: Mit Patrick Thoma scheidet jenes Mitglied aus dem Verwaltungsrat aus, das als Grossaktionär erst seit Herbst Einsitz im Gremium hatte und das gemäss Medienberichten die Macht der Aktionäre innerhalb des Klubs ausbauen wollte. Ein Umstand, den Hüppi nicht mittragen konnte, nicht mittragen wollte.