«Ich sehe keine Baustellen, sondern grosse Erneuerung»
mit Martin Leutenegger sprach Jacqueline Straub*
Herr Leutenegger, am Dienstag Abend wurden Sie mit grosser Mehrheit zum Präsidenten der katholischen Landeskirche in Glarus gewählt. Warum haben Sie kandidiert?
Martin Leutenegger: Ich wurde für das Amt des Präsidenten vom Ausschuss der katholischen Landeskirche Glarus angefragt. Ich habe es mir dann gut überlegt und bin zum Entschluss gekommen, dass ich diese Funktion gut ausführen könnte. Zudem: Ich bin seit 2005 im Kirchenrat der Pfarrei St. Fridolin in Glarus. Dort bin ich Kirchengutsverwalter. Als langjähriger Delegierter im kantonalen katholischen Kirchenrat bringe ich auch einige Erfahrungen mit.
Was motiviert Sie für das Amt?
Mich motiviert vor allem, als Dienstleister für die katholischen Kirchgemeinden aufzutreten. Dort werde ich einen guten Austausch zwischen Kirchenrat und katholischen Kirchengemeinden pflegen können. Ebenso ist mir eine gute Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften wichtig.
Welche Baustellen sehen Sie?
Ich sehe keine Baustellen, sondern grosse Erneuerung im Ausschuss. Es geht nun darum, sich an die Arbeit zu machen – mal schauen, was alles auf uns zukommen wird.
Was können Sie tun, damit Konflikte wie in Näfels nicht nochmals entstehen?
Ich kann nicht beurteilen, was konkret zum Konflikt in Näfels geführt hat. Ich denke aber, dass generell ein guter Austausch zwischen dem Ausschuss, den katholischen Kirchengemeinden und dem Dekanat wichtig ist. Es kommt darauf an, gemeinsam Lösungen zu finden.
Wo stehen Sie kirchenpolitisch?
Für mich steht die Ökumene im Vordergrund. Zudem eine gute Beziehung zu anderen Religionsgemeinschaften. Ich war etwa beim ökumenischen Glarner Kantonalen Kirchentag 2022 im Organisationskomitee.