Mann stalkt seine Frau und bedroht ihren neuen Freund
Die ersten Taten liegen knapp vier Jahre zurück. Nun kommt der Fall aus Glarus Nord nächste Woche vor Kantonsgericht. Der Beschuldigte, ein damals gut 40-jähriger Italiener, hat den Strafbefehl nicht akzeptiert, sodass das Gericht über Schuld oder Unschuld befinden muss.
Hätte er das Urteil im Schnellverfahren akzeptiert, so müsste er eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen oder 8100 Franken bezahlen, eine frühere Geldstrafe eingerechnet. Dazu wäre eine Busse von 300 Franken gekommen.
Stalking und ...
2474 SMS hat der Mann an die immer gleiche Telefonnummer geschickt vom 9. Januar bis zum 27. Dezember 2016. Das sind an jedem der 354 Tage sieben SMS pro Tag an seine Frau, von der er getrennt lebt. Sie aber wollte überhaupt keinen Kontakt, mit Ausnahmen nur dann, wenn es um Absprachen zum Besuchsrecht des Vaters für die zwei Söhne ging.
Er ist geständig, diese SMS geschickt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl schreibt. Dass es immer um Abklärungen wegen der zwei Söhne gegangen sei, das wertet sie als «Schutzbehauptung». Weniger juristisch ausgedrückt: als Ausrede. Warum, das zeigt sich am Inhalt, mit dem er nun vor Gericht auch der Drohung gegen seine Frau angeklagt ist.
... massive Drohungen
Von Anfang September bis Ende November 2016 schickte er ihr «von verschiedenen Orten unzählige bedrohliche SMS und Sprachnachrichten». Zum Beispiel, von der Staatsanwaltschaft aus dem Italienischen übersetzt: «Du terrorisierst die Kinder. Wenn du sie noch einmal jemandem zu Hause lässt und nicht mir gibst, dann mache ich etwas, wo ich mir das Leben kaputt mache.» Oder: «Das Stück Scheisse von Anwalt, er läuft nachher nur noch im Rollstuhl.» Oder: «Er ist tot.»
Seine Frau war entsetzt und fürchtete, ihr Mann werde sie umbringen. Auch hier: Er gesteht, was er angesichts des Beweises nicht leugnen kann, und «ist der Ansicht, er habe niemanden bedroht.» Es seien Worte aus Wut gewesen und her habe fragen wollen, was mit den Kindern los sei.