Klimawandel: Voraussetzungen für komfortable Gebäude
von Michael Casutt, Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr GR
Der prognostizierte Anstieg der Temperaturen im Laufe des 21. Jahrhunderts ist markant. Diese Entwicklung wird gravierende Auswirkungen auf den Bau und den Betrieb von Gebäuden haben. Im Winter wird künftig weniger geheizt, die Behaglichkeit im Sommer wird eine Herausforderung darstellen.
Hitze und Gesundheit
Die höheren Aussentemperaturen werden unseren Körper stärker belasten. Die Auswirkungen von zu hohen Temperaturen auf den Menschen können verheerend sein, insbesondere bei Risikogruppen wie älteren oder kranken Personen. Der Klimawandel wird allgemein das Wohlbefinden beeinträchtigen. In der Folge wird die hitzebedingte Sterblichkeit steigen. Die Gewährleistung eines angenehmen und gesunden Raumklimas ist eine Notwendigkeit für den Menschen. Künstlich gekühlte Innenräume sind nur bedingt eine Lösung. Neben der Belastung der Umwelt kann ein mechanisch gekühlter Raum ebenfalls eine Belastung für den menschlichen Organismus sein.
Auswirkungen auf den Gebäudepark
Um Behaglichkeitsansprüchen zu genügen, muss mit einem Anstieg des notwendigen Bedarfs für Raumkühlung auf bis zu 50 Prozent des Heizwärmebedarfes gerechnet werden. Das gilt es bei der Planung der künftigen Gebäude zu berücksichtigen. Wesentliche Einflussgrössen für ein angenehmes Raumklima im Sommer werden der Fensteranteil, die Speichermasse des Gebäudes, der Sonnenschutz sowie eine clevere Nachtauskühlung sein. Eine Automatisierung der Systeme wird das Resultat zusätzlich verbessern.
Behaglichkeit im Sommer steigern
Zur Erreichung des angestrebten Komforts im Sommer gilt es neben den einzelnen Gebäuden auch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Ein Bereich ist die Städteplanung. Zur Minderung der Hitzebelastung sind beispielsweise natürliche Kaltluftströme bei der Gebäudeanordnung zu berücksichtigen. Ebenso sind Grünanlagen sowie bewegte Wasseroberflächen zu planen. Die versiegelten Flächen sind zu reduzieren, und helle Oberflächen haben Priorität. Diese Massnahmen wirken der Überhitzung von städtischen Gebieten entgegen.