Kaum Schneereserven plus Hochdruckwetter: Wasserdefizit im Tessin
Im Tessin und in der nahen Lombardei fehlt es an Schneereserven. Aufgrund geringer Niederschläge im Mai konnte das Wasserdefizit bisher nicht ausgeglichen werden. Das stabile Hochdruckwetter der kommenden Tage dürfte das Defizit noch vergrössern.
Zwischen dem 5. und dem 15. Mai führten instabile Wetterbedingungen südlich der Alpen zu einigen Niederschlägen, wie Lisa Moser vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) in Locarno-Monti auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte.
Die Gesamtsumme von etwa 100 bis 125 Millimeter Niederschlägen hätte aber nicht ausgereicht, um das Wasserdefizit im Südkanton auszugleichen. Bisher sei der Monat Mai südlich der Alpen trockener als im Referenzzeitraum 1991 bis 2020. Die Prognosen für die kommende Woche wiesen zudem auf stabiles und trockenes Wetter hin, fuhr Moser fort. Diese würden das Wasserdefizit voraussichtlich weiter verstärken.
Auch für die übernächste Woche seien bisher tendenziell keine grösseren Regenmengen in Sicht. Seit Donnerstag um Mitternacht hat Meteoschweiz für das mittlere und nördliche Tessin sowie weitere Regionen der Schweiz die Warnstufe 2 für Trockenheit (mässige Gefahr) verhängt.
Kaum Schneereserven im Tessin
Auch die Pegel der Stauseen liegen im Tessin unter dem mehrjährigen Mittelwert, und zwar um 4,3 Prozent, wie der Sprecher des Tessiner Stromanbieters AET, Pietro Jolli, auf Anfrage erklärte. Auch in der übrigen Schweiz sind die Pegel der Stauseen tiefer als in anderen Jahren: Gemäss den neuesten Zahlen des Bundesamts für Energie sind diese derzeit zu 12,8 Prozent gefüllt. Damit liegen die Pegel um 11 Prozentpunkte tiefer als durchschnittlich zum selben Zeitpunkt in den letzten 20 Jahren.
Noch deutlicher als bei den Stauseen falle im Tessin in diesem Frühling das Defizit der Schneereserven aus, hielt Laurent Filippini, Leiter des kantonalen Amtes für Gewässer, auf Anfrage von Keystone-SDA fest. Demnach lag das sogenannte Schneewasseräquivalent Anfang Mai bei etwa 35 Prozent des durchschnittlichen Werts zu Beginn des Monats.