Immobilienfirmen wegen Lex Koller in Aufruhr – Dekotierungen drohen
Die geplante Verschärfung der Lex Koller könnte börsenkotierte Schweizer Immobilienfirmen hart treffen. Branchenvertreter warnen vor Dekotierungen, erschwerter Finanzierung und negativen Folgen für den Wohnungsmarkt.
Die geplante Verschärfung der Regeln zum Immobilienkauf durch Ausländer stösst bei börsenkotierten Schweizer Immobilienfirmen auf breite Kritik. Denn diese könnten die Unternehmen faktisch zur Dekotierung zwingen. Die Branche hofft, dass das Parlament den Bundesrat zurückpfeift.
Der Bundesrat will die Lex Koller, welche den Kauf von Immobilien in der Schweiz durch Ausländer beschränkt, deutlich verschärfen. Die am 15. April eröffnete Vernehmlassung sieht unter anderem vor, dass «Personen im Ausland» künftig keine Aktien von börsenkotierten Wohnimmobiliengesellschaften sowie keine regelmässig gehandelten Anteile an Immobilienfonds mehr kaufen dürfen. Als «Personen im Ausland» gelten Personen ohne festen Wohnsitz in der Schweiz sowie Angehörige von Drittstaaten ohne Niederlassungsbewilligung in der Schweiz.
Zudem sollen Käufe von Geschäftsimmobilien durch Personen im Ausland nur noch bewilligungsfrei bleiben, wenn diese dem eigenen Betrieb dienen. Bei Drittstaatsangehörigen sind zusätzliche Bewilligungspflichten für Hauptwohnungen vorgesehen. Der Bundesrat begründet die Revision mit der angespannten Lage am Wohnungsmarkt.
«Unrealistische Vorprüfung»
An der Schweizer Börse sind rund 20 Immobilienfirmen kotiert. Und bei diesen sorgt die Vorlage zum Teil für grosse Unruhe. Mobimo-Chef Daniel Ducrey liess Anfang Mai an einem Kapitalmarkttag durchblicken, dass die neue Regulierung wohl eine Dekotierung von der Börse zur Folge hätte.
Wenn ausländische Investoren keine Immobilienaktien mehr kaufen dürften, stellt sich für die betroffenen Gesellschaften insbesondere die Frage, ob eine Kotierung an der Börse noch praktikabel wäre. Besonders deutlich äussert sich dazu Hiag-CEO Marco Feusi. Die neu vorgeschriebene Prüfpflicht für Börsenteilnehmer bei Transaktionen mit kotierten Effekten sei «unrealistisch», meinte er gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.