Heim-WM soll nachhaltige Wirkung entfalten
Die Heim-WM ist ein voller Erfolg und soll über das Turnier hinaus Wirkung zeigen. Deshalb investiert der Schweizer Verband in drei Projekte.
Martin Baumann, der CEO der Swiss Ice Hockey Federation, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus bezüglich der Heim-WM. Seine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. «Uns beschäftigen 10'000 Leute in der Fanzone, 10'000 Leute auf der Vulkanstrasse und 10'000 Leute im Stadion, die auch dorthin kommen müssen – und die Frage, wie sich diese Menschenströme sicherheitstechnisch bewältigen lassen. Wir haben zahlreiche Meetings», erzählt er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA und betont: «Aber das sind alles Luxusprobleme.»
Am Mittwoch wurde die Fanzone auf dem Juchhof-Areal umgebaut, damit noch mehr Fläche zur Verfügung steht. So wurde beispielsweise das synthetische Eisfeld entfernt. «Wir hatten in der Fanzone nie so viele Leute erwartet», sagt Baumann, der seit November 2024 CEO des Verbandes ist, nachdem er zuvor mehrere Jahre in der gleichen Funktion bei der Champions Hockey League tätig war. Er habe auch nicht gedacht, dass die Ränge bei den Schweizer Partien fast vollständig rot sind. «Das ist schon extrem. Es ist gewaltig, was im Stadion abgeht.»
4,8 Millionen für Legacy-Massnahmen
So eine Erfolgsstory wie die Heim-WM soll nach ihrem Ende nicht nur eine schöne Erinnerung bleiben, sondern auch nachhaltige Wirkung entfalten. «An einem solchen Grossanlass können Bundesgelder beantragt werden – für jeden Franken, den du in Förderprojekte investierst, bekommst du einen weiteren Franken dazu», erklärt Baumann die Ausgangslage. Weil der Verband 2,4 Millionen Franken aus der eigenen Kasse in die Hand nahm, stehen nun zusammen mit den Bundesgeldern insgesamt 4,8 Millionen Franken für Legacy-Massnahmen des Turniers zur Verfügung.
Das Geld wird gleichmässig in drei Projekte investiert. Eines ist die weitere Entwicklung des Frauen-Eishockeys. So gibt es ein Girls’ Label, das bei den Vereinen einen Anreiz schaffen soll, in das Frauen-Eishockey zu investieren. Je mehr Punkte sie sammeln, desto mehr Geld erhalten sie vom Verband. Dann gibt es ab der nächsten Saison die Junior Women's League U16, eine Meisterschaft für die Alterskategorien U13 bis U16. Zudem soll mit der Durchführung einer Frauen-WM in der Schweiz das nächste Leuchtturmprojekt geschaffen und damit der Schub vom Gewinn der Olympiabronzemedaille weiter genutzt werden. «Wir haben eine klare Mission, wohin wir mit dem Frauen-Eishockey wollen», sagt Baumann.