Hantavirus-Kreuzfahrtschiff wieder in den Niederlanden
Rund sieben Wochen nach dem lange unbemerkt gebliebenen Ausbruch des Hantavirus auf der «Hondius» ist das Kreuzfahrtschiff in die Niederlande zurückgekehrt.
Laut einem dpa-Reporter machte das in Vlissingen in der Provinz Seeland beheimatete Schiff am Montag im Hafen von Rotterdam fest. An Bord waren nach Angaben der Reederei eine Restbesatzung von 25 Seeleuten sowie ein Arzt und eine Pflegekraft.
Auch die Leiche der am 3. Mai auf See gestorbenen deutschen Frau wurde mit nach Rotterdam gebracht. Sie soll in einem Krematorium unweit des Amsterdamer Flughafens Schiphol eingeäschert werden, wie das Rotterdamer Gesundheitsamt der Nachrichtenagentur ANP mitteilte.
Die Leiche werde von einem spezialisierten Bestatter in Schutzkleidung von Bord gebracht, sagte die Amtsdirektorin Yvonne van Duijnhoven. «Die Asche wird dann der Familie übergeben.» Insgesamt sind drei Passagiere der «Hondius» gestorben.
Restbesatzung in Quarantäne
Die 25 Mitglieder der Besatzung sollten in Rotterdam erneut getestet werden. Für 23 von ihnen – Bürger der Philippinen (17), der Ukraine (4) sowie Russlands (1) und Polens (1) – wurden Quarantäne-Unterkünfte eingerichtet, teils in Containern und teils an Bord. Zwei niederländische Mitglieder der Besatzung durften bei sich zu Hause in Quarantäne gehen.
Bei keinem der zuletzt an Bord befindlichen Menschen waren Symptome einer Virusinfektion festgestellt worden. Die Desinfektion und Reinigung des Schiffes beginnt nach Angaben der Rotterdamer Gesundheitsbehörde am Dienstag und wird voraussichtlich bis Freitag dauern.
Die wochenlang von Schlagzeilen über den Virusausbruch überschattete Schiffsreise hatte laut der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions am 1. April in Ushuaia begonnen, der südlichsten Stadt Argentiniens. Anfangs waren mehr als 170 Passagiere und Crewmitglieder aus 23 Ländern an Bord.