Gespräche: Teheran und Washington signalisieren Fortschritte
Nach wochenlangem Stillstand kommt Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs. Die USA, der Iran und Vermittler Pakistan sprachen von Fortschritten bei den diplomatischen Bemühungen. «Es wurden einige Fortschritte gemacht», sagte US-Aussenminister Marco Rubio am Rande seines Indien-Besuchs. Der iranische Aussenamtssprecher Ismail Baghai sprach von einer «Annäherung der Standpunkte», und Pakistans Militär gar von «ermutigenden Fortschritten», die in den vergangenen 24 Stunden erzielt worden seien.
Nach übereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen für Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden.
Aus Teheran hiess es nun, die Rahmenvereinbarung für einen weiteren Verlauf der Gespräche zwischen dem Iran und den USA stehe kurz vor dem Abschluss. «Derzeit befinden wir uns in der abschliessenden Phase der Ausarbeitung eines Memorandums», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai im Staatsfernsehen.
Im Mittelpunkt des Memorandums stünden die Beendigung des Krieges, die Strasse von Hormus sowie die grundsätzliche Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte im Ausland.
Innerhalb der nächsten 30 bis 60 Tage sollen laut Baghai dann im Rahmen des 14-Punkte-Memorandums weitere Details verhandelt werden, um dann eine finale Einigung zu erzielen. Dazu zählt demnach auch der Streit um das iranische Atomprogramm sowie der technische Prozess zur Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran und der Freigabe iranischer Konten im Ausland.
Trotz Fortschritts-Meldungen auch Warnungen
Baghai dämpfte jedoch die Erwartungen an einen schnellen Durchbruch. «Eine Einigung könnte sowohl sehr nah als auch sehr fern sein», sagte er. Die USA hätten während des bisherigen Verhandlungsprozesses mehrfach widersprüchliche Positionen eingenommen und ihre Ansichten geändert. Daher könne Teheran nicht sicher sein, dass dies nicht erneut der Fall sein werde. Gleichzeitig sprach Baghai von einer «Annäherung der Standpunkte», ohne jedoch genaue Details zu nennen.